Tischlerei Beumler aus Rehme stattet bundesweit Kirchen mit Altären, Kanzeln, Taufsteinen und Stühlen aus
Bad Oeynhausen. Am Anfang stand der Stuhl. Als Hubert Beumler vor zehn Jahren die erste Kirche ausstattete, ging es nur um die Sitzgelegenheiten. "Serienstühle. Aber das können viele", erkannte der Tischlermeister. Der daraufhin sein Repertoire erweiterte. Inzwischen baut der 58-Jährige mit seinen fünf Mitarbeitern auch Kanzeln, Altäre und Taufsteine für Kirchen in der ganzen Bundesrepublik. Am Sonntag wird ein besonders schönes Ensemble von Kirchenmöbeln ausgeliefert - an eine evangelische Gemeinde in Kassel.
"Björn, bist Du zufrieden?" ruft Beumler seinem Mitarbeiter über den Maschinenlärm hinweg zu. Björn Saeger ist es nicht. Noch nicht. "Da darfste noch nicht so genau hingucken", entgegnet der Tischler dem Chef und lässt den Schleifer kreisen. Von der Kanzel, der er hier den letzten Schliff verpasst, will der Pfarrer der Kasseler Gemeinde schon an diesem Sonntag predigen. "Am Ende wird’s immer eng", weiß Beumler.
Dabei war der Weg von der ersten Idee bis zur Fertigstellung gerade des Kasseler Auftrages lang und beschwerlich. "Die ersten Gespräche darüber haben wir schon 2007 geführt", berichtet Beumler. Dann ruhte das Projekt in der Kirchengemeinde. Bis der Künstler Tobias Kammerer, der nicht nur die Möbel, sondern die gesamte Renovierung der Kirche konzipiert hat, 2010 vermeldete: "Jetzt könnte es was werden."
"Die Kirche ist ein guter Auftraggeber. Wir kriegen immer unser Geld", sagt Beumler. "Aber die Entscheidungswege sind oft schwierig und langwierig."
Weshalb Hubert Beumler auch davon abgerückt ist, bei der Suche nach neuen Aufträgen direkt an die Kirchengemeinden heranzutreten. "Ich suche den Kontakt zu Künstlern und Architekten, die die Kirchen-Renovierungen planen", sagt Beumler. Die findet er im Internet. Und mit manchen - wie mit Tobias Kammerer - hat er auch schon etliche Kirchen gemeinsam ausgestattet.
Im Falle der Kasseler Kirche bekam Beumler vom Künstler Kammerer nur eine dürftige Skizze in die Hand. "Das waren nicht mehr als ein paar Bleistiftskizzen", erinnert sich Beumler. Dass die in der kleinen Rehmer Werkstatt richtig umgesetzt würden, darauf vertraute Kammerer.
Im Oktober begann Björn Saeger dann mit der eigentlichen Arbeit. Aus drei Holzarten - Eiche, Esche, Ahorn - wählte er sorgsam aus, um Schicht für Schicht ein dreifarbiges Streifenmuster entstehen zu lassen. Besondere Herausforderung: Von der Kanzel bis zum Altar - alles wird rund. "Das ist Mal was anderes", findet Saeger, räumt aber ein: "Aber schon schwierig."
Und auch: sehr individuell. "Voraussetzung ist dafür keine besondere technische Ausstattung, Was zählt, sind gute Mitarbeiter", ist Beumler überzeugt. Und die sind für ihn auch der Trumpf, der ihn in ganz Deutschland erfolgreich sein lässt. In Fulda und Frankfurt, in Düsseldorf und Bad Wildungen stehen Kirchen-Möbel aus Beumlers Werkstatt. Gut 30 Kirchen, so schätzt der Meister, hat er mit seinem Team ausgestattet. "Nur im eigenen Land gilt der Prophet nichts", musste Beumler erkennen. Denn in den Kirchenkreisen Vlotho und Herford, unmittelbar vor Beumlers Werkstatt-Tür - konnte er außer einer kleinen Sitzgruppe für die Gemeinde Dehme noch nichts liefern.
Individualität und Qualität haben aber auch ihren Preis: 50.000 Euro kostet das komplette Ensemble für Kassel.
Beumler kann aber auch preiswerter und weltlicher. "Wir bauen auch Wohn- und Küchenmöbel", erklärt der Tischlermeister. Einen Unterschied macht es für ihn nicht, ob er Möbel für Küche oder Kirche baut . "Das Produkt muss gut sein. Das allein zählt", sagt Beumler.