Bad Oeynhausen. Carola Hoberg-Weber war zu flott unterwegs. "Mit 30 km/h hab ich’s nicht so, es ist nicht einfach, das genau einzuhalten", nahm die Autofahrerin ihren Strafzettel mit Humor. "Mir war heute Morgen nicht bewusst, dass ich 10 Stundenkilometer zu schnell war", zeigte sie sich einsichtig und befürwortete die Kontrollen. "Es ist ja schon richtig so."
Im Rahmen der Kampagne des Innenministeriums "Brems dich - rette Leben" wurden auch im Stadtgebiet Bad Oeynhausen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Mit einem Lasermessgerät kontrollierten die Polizeibeamten zur morgendlichen Hauptverkehrszeit an der Hermann-Löns-Straße. Ein Gefahrenpunkt auf dem morgendlichen Schulweg, weil dort viele Kinder die Straßenseite wechseln. Mit einem fröhlichen "Guten Morgen" grüßt jemand aus einem mit korrekter Geschwindigkeit vorbeifahrenden Wagen die im Morgenfrost frierenden Beamten. "Wir blitzen vom Bulli aus, die Kälte kann dem Gerät nichts anhaben", schließt Polizeikommissar Achim Römer Ungenauigkeiten aus.
"So viel schneller bin ich doch gar nicht gefahren", versuchte Pascal A. seine Geschwindigkeitsübertretung herunterzuspielen. Doch "irgendwann ist jeder mal Fußgänger", erinnerte Friedrich Bünte, Polizeioberkommissar aus Minden, die Verkehrssünder. Der Beamte ist im Bereich Prävention tätig und beim "24-Stunden-Blitzmarathon" mit von der Partie. In einer Computersimulation führte er vor, wie sich der Bremsweg bei steigender Geschwindigkeit verlängert. Ein Unfallvideo, in dem ein Auto ein Kind überfährt, zeigt Wirkung. "Die Leute sind betroffen. Eltern werden nachdenklich und geloben Besserung, denn es könnte auch ihre eigenen Kinder treffen. Man fährt immer einen Tucken zu schnell, mit dem Gedanken, es geht ja immer noch gut - aber wehe, wenn einmal nicht...!" möchte er schweren Unfällen vorbeugen.
Auch Jakob K., der in die Radarfalle gegangen ist, obwohl er von der Aktion gehört hatte, will "in Zukunft vorsichtiger fahren."
Innerhalb der zwei Stunden wurden 15 Autofahrer herausgewunken. "Nur ein Ausreißer war mit 57 km/h deutlich zu schnell, die meisten anderen lagen im Verwarnungsbereich", zieht Achim Römer ein Fazit der ersten beiden Stunden der Aktion, bevor sich die Beamten auf den Weg zum nächsten Einsatzort machten.
Insgesamt kontrollierten die Polizisten in Bad Oeynhausen 88 Fahrzeuge und zählten dabei 32 Geschwindigkeitsverstöße. Hier lag der höchste Wert der Geschwindigkeitsüberschreitung bei 26 km/h bei erlaubten Tempo 30 an einer Messstelle.