Bad Oeynhausen. Oliver Burkhard, Bezirksleiter der NRW-IG Metall, zollte dem Vorstand des Kreisverbands Minden dickes Lob: "Ihr habt gute Arbeit geleistet." Anerkennung bekam der Vorstand auf der Delegiertenversammlung auch von der Basis. Mit 48 Ja-Stimmen der anwesenden 49 Delegierten erzielte der 1. Bevollmächtigte Lutz Schäffer - ebenso wie der (ehrenamtliche) 2. Bevollmächtigte Hans Kästner - ein beeindruckendes Wahlergebnis.
Stolz ist Schäffer, dass es ihm und den vielen aktiven Gewerkschaftern gelungen ist, 1.450 neue Mitglieder in den Betrieben zu gewinnen - obwohl mit den Firmen Balda und Fennel gleich zwei große Betriebe geschlossen wurden. Derzeit zahlen 7.645 Männer und Frauen ihren Mitgliedsbeitrag an die IG Metall Minden. "Bald knacken wir die 8.000er Grenze", gibt sich Schäffer zuversichtlich. Und hat auch schon eine Idee, wie dieses Ziel in der neuen vierjährigen Amtszeit zu erreichen ist. Verstärkt sollen Auszubildende angesprochen werden. Denn, die so Schäffer, werden in Zukunft besonders gewerkschaftliche Unterstützung brauchen. Das sieht der Bezirksleiter Oliver Burkhard genauso: "Früher war die Übernahme nach der Ausbildung in ein normales, unbefristetes Arbeitsverhältnis die Regel, heute ist es die Ausnahme". Nur noch zehn Prozent aller Auszubildenden bekomme heute einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Burkhard: "Das muss sich ändern." Schließlich brauchen junge Leute Sicherheit und Zukunftsperspektive, damit "sie auch mal eine Familie gründen können."
Mit zwei weiteren "gleichwertigen" Forderungen werde die IG Metall in die neue Tarifrunde gehen. Zum einen ist da eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent. "Die Forderung der IG Metall in Nordrhein-Westfalen orientiert sich an der Empfehlung unseres Vorstands für ein Plus von 6,5 Prozent. Am 23. Februar wird diese durch unsere Tarifkommission für NRW endgültig beschlossen. Ein deutlicher Zuwachs bei Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen ist nötig und von den Arbeitgebern sehr wohl finanzierbar", so Burkhard.
Dritter wichtiger Aspekt in den Tarifverhandlungen soll die Leiharbeit sein. Hier will die IG Metall ihrer Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit "ein gutes Stück näherkommen" und die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern ausweiten. Burkhard: "In immer mehr Betrieben werden feste Arbeitsplätze durch Leiharbeiter ersetzt. Dagegen wollen wir kämpfen."