Bad Oeynhausen. Zwischen seinem ersten Besuch in den 70er Jahren und seinem letzten Aufenthalt in Bad Oeynhausen am 16. September des vergangenen Jahres liegen zwar mehr als 35 Jahre, aber Rudi Assauer, hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Bad Oeynhausen für ihn längst zur zweiten Heimat geworden ist.
Assauer (67) kam immer dann nach Oberbecksen, wenn er Ruhe und Entspannung suchte. Angefangen hat Assauers Beziehung zu Bad Oeynhausen irgendwann im Herbst 1976 am Schalker Markt, als sich der Bad Oeynhausener Möbelfabrikant Fritz Apke und Rudi Assauer bei einem Wohltätigkeitsspiel kennen und schätzen lernten. Apke, fußballerisch nicht ganz unbegabt, spielte einige Jahre für die Schalker Traditionsmannschaft, wobei der Kontakt zu Rudi Assauer zustande kam. "Es war eine Freundschaft auf den ersten Blick", verriet Assauer damals. Assauer und Apke sah man fortan gemeinsam bei vielen Feierlichkeiten.
Immer dann, wenn Rudi Assauer sportlich in den zahlreichen Stadien an der Autobahn A 2 unterwegs war, klingelte es noch spät abends an der Wohnungstür der "Villa Apke" in Oberbecksen. "Rudi fühlte sich bei uns schon wie zuhause", sagen Traudl Apke, Tochter Verena und Sohn Fred, die noch immer für Schalke 04 die Daumen halten.
Assauers Manager-Zeit beim damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg von 1990 bis 1993 begleitete Fritz Apke, der zwischenzeitlich mit seinem heimischen Klub SC Oberbecksen selbst an das Tor zum Profifußball klopfte. Beim SCOB kickten damals noch Nationalspieler Horst Dieter Höttges, der Dortmunder "Acker" Werner Weist und der Schalker Werner Ipta, wobei die Kontakte meistens über Rudi Assauer liefen.
Eine ganz schwarze Stunde erlebte Rudi Assauer im Mai 2002, als sein Freund Fritz Apke starb. Gemeinsam mit Charly Neumann, dem Schalker Original, kam Assauer nach Bad Oeynhausen, um dem "Alten Fritz" das letzte Geleit zu geben. Ein paar Monate zuvor weilte Assauer mit Neumann und seinem Trainer Huub Stevens noch in Oberbecksen, um an den Feierlichkeiten von Apkes Geburtstag teilzunehmen.
Aber für Rudi Assauer war mit dem Tod seines Freundes das Kapitel Bad Oeynhausen längst nicht geschlossen. Bis vor einigen Wochen hielt Assauer zu Traudl Apke, die Witwe von Fritz Apke Kontakt. Allein oder in Begleitung, wie mit Simone Thomalla, tauchte der Freund der Familie auf.
Assauer war es auch, der als Manager für regelmäßige Schalker Gastspiele in Bad Oeynhausen sorgte. Ein Jahr nach dem Tod von Fritz Apke gab es das Benefizspiel für seinen ein Jahr zuvor verstorbenen Freund Fritz Apke, wobei rund 4.000 Zuschauer 26.000 Euro zusammenbrachten, die sämtlich an die Andreas-Gärtner-Stiftung gingen.
Rudi Assauer rundete die Summe später auf insgesamt 30.000 Euro auf. Die Reporter-Legende Werner Hansch, auch Freunde der Familie Apke, übernahm damals die Stadionansage. Und schließlich sind die Gastspiele Assauers auf dem Hallenparkett beim traditionellen Pressepokalturnier in Eidinghausen legendär.
Spiele von Schalke 04 in Bad Oeynhausen wird es in Zukunft mit alter Prägung wohl nicht mehr geben. Wenn ja, dann muss wohl dafür kräftig gezahlt werden, denn Rudi Assauer war in den vielen Jahren der Wegbereiter zu den Schalker Gastspielen in Bad Oeynhausen.
Im September weilte Assauer noch mit seiner Ex-Frau Britta zur Eröffnung des Restaurants "Windmühle" im Staatsbad. Da war "Stumpen-Rudi" längst von der Krankheit gezeichnet. An jenem Abend war es schon beängstigend ruhig um Rudi. Staunendes und lähmendes Entsetzen bei vielen langjährigen Weggefährten. Sie alle wurden Augenzeuge der schleichenden Krankheit, die "ihren Rudi" befallen hat.