Bad Oeynhausen. Peter Pan springt heldenhaft über die Bühne, die grüne Hexe Elphaba tanzt durch die Smaragdstadt und Hensel und Gretel befreien sich von der bösen Hexe. Schwungvoll und lebendig präsentierten die Tänzerinnen und Tänzer ihre Märchen und läuteten damit am Samstag Nachmittag die Veranstaltungsreihe "Bad Oeynhausen liest Märchen" ein.
Seit Oktober proben etwa 100 Schülerinnen und Schüler im Alter von fünf bis 55 Jahren der Tanzschule Laila Castro-Mendez für ihren großen Auftritt. Zusammen mit dem Staatsbad Orchester brachten sie Märchen zum Leben.
Nur kurze Teile las Monika Brackmann-Tiedau vor, den Großteil erzählten die Tänzer der Ballett- und Musicalklassen. Die Vorsitzende des Förderkreises Innenstadt, die die Zuschauer im vollbesetzen Theater durch das Programm führte, sprang kurzfristig für die erkrankte Märchenerzählerin Ursula Schlink de Company ein.
Den Anfang machte das Märchen von Peter Pan. Der im Nimmerland lebende Junge, der niemals erwachsen wird, gespielt von Max Schmidt, erlebt mit seiner Fee viele Abenteuer in denen er es oft mit den Piraten zutun bekommt. Angeführt werden die Seeräuber von Pans Gegenspieler Captain Hook, gespielt von Kerstin Bliskowski.
Danach tanzte die grüne Hexe Elphaba (Kimberley Gerke) mit ihrer Freundin Galinda (Yacine Pawlak) über die Bühne. "Die Legende von Oz" heißt das Märchen über die Hexen, die sich auf der Zauberschule kennenlernen und die eine innige Freundschaft verbindet.
"Geschichten und Märchen haben wir schon oft auf der Bühne dargestellt, aber heute treten wir das erste Mal mit dem Staatsbad-Orchester auf", sagte Tanzlehrerin Castro-Mendez, "es tanzen daher nur unsere Ballett- und Musicalklassen."
Zusammengeführt wurden das Orchester unter der Leitung von Andreas Smoletz und die Tanzschule von Staatsbad-Mitarbeiterin Melanie Fleischer, die maßgeblich an der Organisation der Veranstaltungsreihe beteiligt ist.
"So eine Kooperation zwischen Stadt, Staatsbad und den örtlichen Vereinen finde ich klasse", betonte Zuschauerin Tessa Kölling.
Den Schluss bildete eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm, Hensel und Gretel, die von Marie Isabell Grote und Ella Assbrock gespielt wurden. Bei diesem Märchen verzichteten die Tänzer ganz auf Audioeffekte vom Band und wurden nur vom Orchester begleitet.
"Fantastisch", sagte Claudia Pieper-Kahl nach der Aufführung, "das Zusammenspiel von Tanz, Musik und Märchen ist super gelungen."
Das fand auch Besucherin Sabine Pönnighaus: "Man merkt, dass da viel Zeit investiert wurde." Eines darf am Schluss eines Märchennachmittages nicht fehlen und so beendeten die Darsteller ihre Veranstaltung im Chor: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute."