Bad Oeynhausener Orgelschüler begeistern beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert"
Bad Oeynhausen/Herford. Gespannte Stille im Saal der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Alle Anwesenden halten den Atem an. Dann erklingen die ersten Töne der großen Orgel und das Vorspiel beginnt.
Orgel ist ein eher seltenes Instrument. Um so bemerkenswerter daher, dass gleich zwei junge Bad Oeynhausener und ein Löhner am Regionalwettbewerbs bei "Jugend musiziert" teilnehmen. "Schön, wenn der dann noch in der eigenen Region stattfindet", findet Leon Immanuel Sowa aus Löhne. Extra aus Mönchengladbach angereist ist die vierte Teilnehmerin, Ricarda Sandig.
Bunt gemischt von klassisch bis modern ist die Auswahl der Werke, die sie vortragen. "Doch an Johann Sebastian Bach kommt kein Organist vorbei", sagen die Teilnehmer einstimmig.
"Mit sieben Jahren habe ich in der Weihnachtszeit zuhause auf dem Keyboard rumgeklimpert, da hat mir mein Vater eine Orgelschule in die Hand gedrückt", erzählt Hagen R. Heinicke, wie er zur Königin der Instrumente kam. Seit acht Jahren nimmt er mittlerweile Unterricht, davon sechs Jahre beim Kreiskirchenmusikwart des Kirchenkreises Vlotho, Harald Sieger.
Einer von Hagens Lieblingskomponisten ist der französische Romantiker Felix Alexandre Guilmant, an dem er den Variantenreichtum schätzt. Für Hagen war es die erste Wettbewerbsteilnahme. Seine musikalische Zukunft sieht er gelassen. "Vielleicht werde ich mal Musiklehrer, aber bis dahin kann noch viel passieren."
Der "unglaublich raumfüllende Klang, das Majestätische" begeistert die 17-jährige Sophia-Maria Bormann am Orgelspiel besonders, doch für sie soll die Musik ein Hobby bleiben.
Alle Musikanten sitzen fast täglich auf der Orgelbank, um ihre Fähigkeiten zu vervollkommnen und neue Werke einzustudieren. Die beiden Bad Oeynhausener nehmen Unterricht bei Harald Sieger.
Der 14-jährige Leon Immanuel Sowa ist bereits seit drei Jahren Jungstudent an der Kirchenmusikhochschule in Herford, für ihn war es ein Heimspiel. "Ich bringe gern meine eigene Note mit in Stücke hinein", sagt Sowa.
Mit 20 Punkten errang Sophia-Maria Bormann in ihrer Altersgruppe einen 2. Preis, ebenso wie Ricarda Sandig. Die beiden Jungen wurden mit einem "1. Platz mit Weiterreichung", und der Teilnahme am Landeswettbewerb in Köln im März belohnt. Hagen erspielte 23 und Leon 25 Punkte. "Ein schöner Wettbewerb mit erfreulichen Leistungen", urteilte Juror Wolfgang Lüschen. Und ermutigte die jungen Musiker: "Weiter so, es lohnt sich!"