Bad Oeynhausen/Warschau. Vor sechs Jahren stand er das letzte Mal auf der Bühne im Theater im Park. In einem Gastspiel der Kasseler Komödie. Und zwar als Architekt in "Kalte Duschen", das er selber geschrieben hat. Inzwischen hat es Fred Apke, geboren und aufgewachsen in Bad Oeynhausen, immer weiter in Richtung Osten verschlagen. Erst nach Berlin, dann nach Warschau.
Der Architekt war nicht die einzige Rolle, in der Fred Apke auf der Bühne im Theater im Park zu erleben war. Als Schauspieler am Landestheater Detmold gastierte der heute 52-Jährige häufiger in seiner Heimatstadt. Als Londoner Polizeipräsident Tiger-Brown in Brechts "Dreigroschenoper", als Psychiater in Peter Shaffers Stück "Equus" oder als Friseur in Johann Nestroys Posse "Talisman".
Fred Apke spielte nicht nur auf Bühnen in ganz Deutschland, sondern auch vor der Kamera. Außerdem führt der Absolventen der Berliner Schauspielschule Fritz Kirchhoff Regie und hat sich einen Namen als Komödienautor gemacht. Inzwischen sind von ihm knapp 30 Stücke für die Bühne und für den Film auf dem Markt, manche wurden preisgekrönt.
Ins Ausland zog es den Schauspieler bereits in jungen Jahren: Nach dem Zivildienst brach er zu einem längeren Aufenthalt in Sizilien auf, eine Filmarbeit führte ihn 1986 für einige Jahre nach Norwegen und seit seiner Faustinszenierung am Baltycki Teatr Dramatyczny in Koszalin 2003 arbeitet er vorwiegend in Polen. Die Kontakte dorthin knüpfte Apke bereits vor knapp 30 Jahren am Hamburger TIK-Theater, als er dort zusammen mit polnischen Exilschauspielern Theater gemacht hat. Inzwischen ist Apke in Polen fest etabliert.
Seine Komödien werden übersetzt und im ganzen Land gespielt. "In Polen bin ich so etwas wie eine Marke. Weil man uns Deutschen dort keine Komödien zutraut", sagt der Autor. Und liefert den Grund für seine Vorliebe gleich hinterher: "Gute Komödien werden meist unter Wert gehandelt. Dabei kann man in ihnen hervorragend die Gesellschaft beobachten und die Zuschauer in den Sog der Geschichte ziehen. Man kann sie erst verunsichern und sie danach wieder lebendig machen. Und genau das ist die zentrale Aufgabe der Kunst, denn wir Menschen neigen zur Starrheit".
Noch etwas hält Apke im Nachbarland: Als er sich für seine Inszenierung von Goethes "Faust" auf die Suche nach Schauspielern machte, traf er auf seine Kollegin Marta Klubowicz. Mit ihr besetzte er den Mephisto, sie übersetzte für ihn seine Komödien ins Polnische. Die beiden wurden ein Paar.
Zurzeit ist Apke ein Grenzgänger. Regelmäßig inszeniert er in Warschau und Berlin. "Deutschland ist nicht nur der Schauplatz meiner Komödien, sondern nach wie vor mein Heimatland"sagt der zweifache Familienvater. Daran wird sich erst einmal nichts ändern. Auf der Bühne im Theater im Park ist Fred Apke vorerst nicht zu erleben. Wenn er in seine Heimatstadt kommt, dann nicht als Architekt, Friseur oder Psychiater, sondern als Besucher.