Bielefeld. Gisela von Alven ist froh: "So wird aus dem Lernort Lebensraum." Den Siegerentwurf für den Umbau und die Erweiterung des Max-Planck-Gymnasiums findet die Schulleiterin überzeugend: "Damit kann man neuer Pädagogik gerecht werden." Das Preisgericht des Architektenwettbewerbs hatte den Entwurf des Essener Büros Knirr + Pittig aus 16 Vorschlägen ausgewählt. Aber auch er muss überarbeitet werden.
Als Kostendeckel gibt die Stadt zehn Millionen Euro vor. Ob das neue Max-Planck wirklich nach dem Siegerentwurf gebaut wird, ist aber noch nicht sicher. Denn obwohl die Jury das Knirr + Pittig-Modell einstimmig favorisierte, ließ sie dem Zweitplatzierten Brüchner-Hüttemann/Pasch/Köpke (Bielefeld) ein Hintertürchen offen.Auch dieser Entwurf soll angepasst und auf Kosten, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz untersucht werden. Erst dann sollen die Ratsgremien entscheiden, wonach gebaut wird. Damit rechnet Carsten Boberg vom Immobilienservicebetrieb nach der Sommerpause. Zum Schuljahr 2011/2012 soll das neue Max-Planck fertig sein.
Das alte Gebäude steckt voller Asbest, der jetzt zunächst entfernt werden muss. Dann soll es in eine moderne Schule mit Ganztagsbetrieb verwandelt werden. Dazu ist eine Erweiterung erforderlich. Der Entwurf des Büros Knirr + Pittig, das auch schon das Steinhagener Gymnasium plante, setzt den Anbau als neuen dreistöckigen Riegel parallel zur Melanchthonstraße und öffnet damit zwei Lichthöfe zum alten Gebäude. "Äußerst reizvoll", findet das Boberg. Und das Modell lässt Raum für ein neues Forum, das als Aula, für Lehrerkonferenzen, Veranstaltungen, Elternabende, Aufführungen und als Begegnungsfläche dienen soll. Von Alven: "Genau das, was eine zukunftsfähige Schule braucht." Auf der Alm-Seite wird der Riegel teils aufgeständert, so dass sich "eine ausgesprochen spannende Verbindung" (Boberg) zum Schulhof ergibt. Die Höhenunterschiede in dem langgezogenen Altbau sollen durch neue Rampen überwunden werden. Die Bruttogeschossfläche würde sich von 9.150 auf 11.300 Quadratmeter erhöhen.
Etwas kleiner fällt das Modell des 2. Preises aus, der auf einen Neubau verzichtet und dafür ein viertes Geschoss als "Spange" über das heutige dreiteilige Gebäude legt. Boberg findet zwar auch diesen Entwurf "gestalterisch gut", zumal er sparsam mit Fläche umgehe, aber er erfülle nicht die Maßstäbe für den Ganztagsbetrieb mit Forum. Das fände nur Platz in dem nicht großen Eingangsbereich. Alle 16 Wettbewerbsentwürfe werden vom 9. bis 26. Juni von 9 bis 16.30 Uhr im MPG ausgestellt.