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17.07.2009
Solidarität mit dem Projekt Tierpension
Vertreter sozialer Verbände, der Stadtverwaltung und der Politik besuchen Brandort
VON FRANK BELL

An der Brandstelle | FOTO: SARAH JONEK

Bielefeld-Jöllenbeck. Nach dem Brandanschlag vergangene Woche auf das geplante Katzen- und Kleintierhaus der Tierpension stellen sich nun viele Menschen hinter den Verein Aids-Hilfe: Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (AGW), der Arbeitsgemeinschaft Bielefelder Beschäftigungsinitiativen (AGBI), der Stadtverwaltung und Politiker. Gleichzeitig gab es Signale, die Beschäftigten der Tierpension bei den nötigen Aufräumarbeiten zu unterstützen.

Ob das beschädigte Haus Spenger Straße 109 weitergenutzt werden kann, müssen Untersuchungen zeigen. Wie zu hören war, sei auch ein funktioneller Neubau denkbar. "Wir sind schockiert und verunsichert", erklärte Angelika Vogel, Vorsitzende der Aids-Hilfe angesichts des zweiten Anschlags innerhalb von zwei Jahren. "Es gerät immer wieder in Vergessenheit, dass die Tierpension ein Sozialprojekt ist", sagte sie.

Darauf hob Erwin Adams, Sprecher der AGW ab, der zum Solidaritätsbesuch eingeladen hatte: "Die eigene Notlage, die eigene körperliche oder seelische Beschädigung, die eigene Traumatisierung sind den Tätern unter Umständen näher, als sie denken. Möge ihnen dann die notwendige Hilfe zuteil werden können, ohne dass ein Brandanschlag die Arbeitsräume zerstört hat und damit solidarische Hilfe überhaupt unmöglich gemacht wird."

Anke Schmidt (AGBI) bat die Aids-Hilfe, "nicht aufzugeben und an ihrem guten und erfolgreichen Projekt festzuhalten." Schmidt kündigte an, die AGBI werde mit ihren 14 Mitgliedseinrichtungen die künftigen Arbeitseinsätze auf dem Gelände der Tierpension organisieren. Das "Heim für alle Felle" sei gleichermaßen für Arbeitslose wie Tierhalter ein gutes Angebot.

Uwe Reeske (Gesellschaft für Sozialarbeit) stellte fest, bislang hätten in strittigen Fällen die Meinungen von Anwohnern und Beteiligten ausdiskutiert werden können. Spätestens nach rechtskräftigen Urteilen habe es "Übereinkommen" gegeben. Der Brandanschlag zeige in seiner Brutalität hingegen eine neue Dimension.

Sozialdezernent Tim Kähler erklärte: "Der Anschlag ist nicht zu tolerieren. Wer mit Feuer gegen eine Einrichtung für Menschen vorgeht, die sich nicht selbst helfen können, richtet sich gegen den Kern unserer demokratischen Gesellschaft." Er sagte Hilfe zu, zunächst mit einem Container, dann "aber einen schnellen Ersatzbau, damit die gute Arbeit fortgesetzt werden kann."


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