Bielefeld. Das Kleinkind der spanischen Familie hörte es zuerst. Es schrie und weckte seine Eltern in dem neuen Wohnhaus, Güsenstraße 16. Das muss gegen 4 Uhr gewesen sein. Der Nachtportier des Hotels "Ravensberger Hof", zwei Häuser weiter, hörte es auch. Er verständigte die Polizei.
Die Beamten konnten den akustischen Alarm zwar auch hören, aber nicht orten. Die Alarmanlage eines Autos schied aus. Ein Feuer bemerkten sie nicht. Die Streife rückte wieder ab.
Der Alarm brüllte weiter. Durchdringend und ohrenbetäubend. Piep, Piep, Piep! Um 5.19 Uhr rief der Hotelportier erneut bei der Polizei an. Inzwischen war für eine Reihe von Menschen die Nachruhe vorüber. Jetzt hielt die Streife Rücksprache mit der Feuerwehr. Die Blauröcke gaben zur Auskunft, aufgrund der Tonfolge könne es sich um den Entladungsalarm eines Feuermelders handeln. Dann - bildlich gesprochen - schreit das Gerät, dass es eine neue Batterie braucht. Trotzdem wurde ein Brandmelder nicht gefunden.
Um 7 Uhr ging zum dritten Mal ein Notruf an die Polizei raus. Das Quartier war jetzt hellwach. Horst Haase, Presbyteriumsvorsitzender der Evangelisch-Refomierten Gemeinde, kam und suchte. Ebenso Werner Seelhase, Hausmeister bei der Firma Delius nebenan. Seelhase: "Bei uns war das nicht."
Das bestätigt auch Enno Westerwelle vom Vorbeugenden Brandschutz der Bielefelder Berufsfeuerwehr: "Delius ist über eine Brandmeldeanlage mit uns verbunden. Wenn da etwas wäre, stünden wir sofort mit den roten Autos vor der Tür."
Inzwischen waren alle genervt. Die Arbeitnehmer kamen. Gegen 9 Uhr ging ein zweiter Trupp durch das Haus Güsenstraße 16 - und fand in der einzigen nicht vermieteten Wohnung im zweiten Stock einen defekten Melder. Ab 9.15 Uhr herrschte wieder Ruhe. Das Kleinkind war eingeschlafen.


















