Bielefeld. Wenn heute Abend mit dem Spiel gegen Hansa Rostock für Arminia die neue Spielsaison beginnt, ist sie in der Schüco-Arena dabei: Heidi Gerstner, Ehefrau des neuen Trainers Thomas Gerstner. "Klar gewinnen die, was sonst?" Die attraktive 45-Jährige steckt voller Vertrauen zu ihrem Mann und seiner Mannschaft.
Frisch und sichtlich ausgeruht erscheint sie zum Interview. Am Abend zuvor ist sie aus Graz angereist. Dort hat sie den Umzug vorbereitet. Und eben noch konnten Spaziergänger sie mit ihrem Mann durch den Ravensberger Park joggen sehen.
Bielefeld - für Thomas Gerstner ist es seit der Eheschließung vor 16 Jahren die achte Station. Hier will ihn seine Frau zwar oft besuchen ("Ich werde traurig sein, wenn ich ein Spiel verpassen sollte"), doch zunächst soll Düsseldorf der Lebensmittelpunkt der Familie sein. Hier haben die Gerstners früher schon einmal gewohnt. Praktisch: Alina (16), die jüngste der zwei Töchter, kann wieder in ihre frühere Schulklasse zurück.
Erfolgreich als Malerin
Die Frau des Trainers greift mit der Rechten in ihre dunkle Lockenmähne und legt mit hinreißendem Lächeln ihre Zähne frei. Ein Umzug mehr, für sie ist das kein Thema. "Ich kann überall meine Arbeit machen", sagt sie und streicht Levis, dem sandfarbenen Weimaraner-Rüden, über den Kopf. Ihre Arbeit: Heidi Gerstner betätigt sich als Malerin - erfolgreich.
Es fing damit an, dass sie Kunden bei der Einrichtung ihrer Häuser beraten hat. Bald folgten Anfragen, ob sie denn auch die passenden Bilder zum Interieur malen könne. Die Raumausstatterin malte ihre ersten Blumenbilder mit Hilfe einer von ihr entwickelten Spachteltechnik.
"Ein Bild soll mir keine Rätsel aufgeben. Ich will mich davor erholen", erläutert Gerstner ihren Stil. Inzwischen, mit dem Landhauslook geht es dem Ende zu, male sie überwiegend abstrakt, setze bevorzugt helle Töne ein - Champagner, Beige und Silber.
Ab nach Ägypten
Die Malerin, Sprössling einer Bäcker- und Konditorenfamilie, entwickelte schnell ein gewisses Geschick darin, ihre Werke unter die Leute zu bringen. Als Kursleiterin auf Kreuzfahrtschiffen und unter anderem in Robinson-Clubs veranstaltet sie seit Jahren Malkurse. Dort verkauft sie auch das eine oder andere Original - zur Dekoration der Suiten etwa. "Wo ich gerade bin, strecke ich meine Fühler aus", sagt die Künstlerin. Und wer sich einen original Gerstner nicht leisten kann, erhält das Werk auch als Druck.
Am morgigen Dienstag fliegt sie wieder mal nach Ägypten - für 18 Tage als Kursleiterin in einen Ferienclub. Und am Tag nach der Rückkehr wird endlich das Haus in Düsseldorf bezogen. Ihr Mann behält seine Wohnung in Bielefeld, "seinen Männerhaushalt", wie sie es nennt. Auch ihr neuer Lebensabschnitt hält Heidi Gerstner in Bewegung. Dass pro Stunde zwei Züge von Düsseldorf nach Bielefeld fahren, findet sie "cool". Sie will, hat sie sich vorgenommen so oft wie möglich herkommen. Während der Reise lasse es sich gut mit dem Laptop arbeiten.
Etwas hat Heidi Gerstner bis heute bewusst unterlassen: Auf ihrer Visitenkarte fehlt eine feste Adresse. "Man weiß ja nie so genau."
@seit.1974 Hab ichs nicht gesagt? ;-)