Bielefeld. Gekündigt sind die 15 bis 20 Mitarbeiter des Elixia-Fitnesszentrums im Neuen Bahnhofsviertel. Ob sie und weitere etwa 20 freie Mitarbeiter ihren Job behalten, ist aber offen. Die Elixia-Gruppe ist seit Juli insolvent, eine Sprecherin des Insolvenzverwalters Christoph Schulte-Kaubrügger aus Berlin bestätigte auf Anfrage der NW die Kündigungen. Ziel sei, einen Investor für Elixia zu finden, die Kündigungen zum 30. November seien "eine reine Vorsichtsmaßnahme". Elixia gilt als einer der wichtigster Mieter im Neuen Bahnhofsviertel.
Ende November ist also offiziell Schluss für die Beschäftigten. Ob es Elixia danach noch gibt, ist offen. Der anspruchsvolle Klub, bei dem Mitglieder zwischen gut 40 und fast 80 Euro pro Monat zahlen müssen, ist in Bielefeld nicht auf die notwendige Mitgliederzahl von etwa 2.500 gekommen. Insider sprechen von gut 1.200 Kunden, Ziel waren 4.000. So reicht es nicht in Zeiten, wo die Konkurrenz mit Monats-Preisen von unter 20 Euro wirbt.
Verhandlungen mit Investoren laufen. Ein bis zwei sind im Gespräch, einer soll der Fitness-Anbieter "Holmes Place" sein. Elixia-Managerin Tina Pasqualicchio, Nachfolgerin von Sascha Gutmann, gibt sich zugeknüpft, sagt: "Ich weiß von nichts, kann keine Kündigungen bestätigen." Sie verweist auf einen Elixia-Sprecher namens Torsten Schwag in Berlin, der beim Anruf aber einfach auflegt. Pasqualicchio gibt zu: "Alle hier sind sehr nervös." Auskunft gibt in Berlin dann Tobias Stock: "Auch wir haben vom Insolvenzverwalter keinerlei Infos erhalten, eine Anfrage zu unserer Zukunft liegt bei ihm auf der Matte." Die Lage sei sehr unklar. In München seien drei Elixia-Klubs vom Konkurrenten "Body + Soul" übernommen worden, andere hätten sich selbstständig gemacht. In Berlin werde noch verhandelt. Ob der Name Elixia zu retten ist, sei offen.
Bielefeld ist laut Stock weder eine der Perlen der Gruppe (6 Standorte, 22 Klubs) noch einer der schlechtesten Standorte – "Bielefeld liegt im Mittelfeld". Mit dem Verkauf einzelner Klubs sei aber die erste Rettungsoption futsch – "die war, dass ein Investor alles übernimmt".
Insider sagen, ein Problem in Bielefeld sei, neben den gut 1.000 fehlenden Mitgliedern, das in der Unterhaltung außergewöhnlich teure 20-Meter-Schwimmbad.
Eigentümer des Gebäudes hinter dem Hauptbahnhof ist die internationale Mansford-Gruppe aus London, die das Objekt 2007 von den regionalen Entwicklern Goldbeck-Bau, Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEGE) und Sparkasse kaufte. "Wir sind jetzt nur noch die Hausverwaltung", sagt eine Goldbeck-Sprecherin. "Bei Miet- und Verkaufsgesprächen sind wir außen vor."
Der Elixia-Klub öffnete im Mai 2002, mit 3.800 Quadratmetern Fläche gilt er als größter Klub in Bielefeld. Er bietet neben den Geräten auch Kurse sowie eine Kinder-Betreuung durch Erzieherinnen an, es gibt das Schwimmbad und das benachbarte Ishara erhöht die Attraktivität des Standortes. Kostenlos geparkt werden kann aber nicht mehr, eine Kundin: "Den Automaten für unsere Ausweise hat der Parkhausbetreiber jetzt abgebaut."
Schwierige Signale. Doch die Sprecherin des Insolvenzverwalters hat Bielefeld noch nicht aufgegeben, sie sagt: "Wir hoffen auf eine Übernahme durch einen Investor, die Gespräche laufen, wir verhandeln."