Bielefeld (nw/red). Die Besetzung des größten Hörsaals an der Universität Bielefeld ist zu Ende. Nach rund eineinhalb Tagen waren laut Studentenangaben gegen 6 Uhr am Freitagmorgen Polizeikräfte im Audimax angerückt, um die etwa 60 Studenten, die für bessere Studienbedingungen protestierten, zur Aufgabe zu bringen.
Doch als die Beamten den Hörsaal betraten, hatten die Nachwuchs-Akademiker das Feld bereits geräumt. Während die Universität in einer Pressemitteilung davon spricht, dass die Protestler den Saal freiwillig geräumt hätten und ein Polizei-Einsatz nur geplant gewesen sei, bestreiten die Studierenden dies vehement und sprechen von einer gezielten Räumungsaktion.
In einer eigenen Erklärung schreiben die Studenten von rund 70 Beamten, die "ohne Vorwarnung das Audimax der Universität" gestürmt hätten. Bei Eintreffen der Polizei sei das Auditorium nur deshalb leer gewesen, da die Besetzer "rechtzeitig informiert worden" seien. "Wir halten das Vorgehen des Rektorats gegen den friedlichen und legitimen Protest der Studierenden für überzogen", wird der Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA), Jan Rick, zitiert.
Offener Brief der Studenten
Laut Informationen der Studierenden wurden mittlerweile auch die Protestplakate entfernt und das Audimax verriegelt. Nach einem kurzen Gespräch der AStA-Vorsitzendern und des Rerktorats am Freitagmittag wurde eine Sondersitzung des AStA für Montag und abends eine Absprache mit den Fachschaften vereinbart. Frühstens am Mittwoch soll es dann zu einem längeren Gespräch mit dem Rektorat kommen, um zu überlegen, wie es weitergehen soll. Am Montag sollen den Besetzern allerdings die Dinge zurückgegeben werden, die nach der Stürmung im Audimax zurückgeblieben waren.Die Studenten hatten in einem Offenen Brief am Donnerstagabend noch einen konstruktiven Diskussionsprozess über die Studienbedingungen gefordert. Uni-Rektor Gerhard Sagerer hatte die Studierenden mehrfach aufgefordert, die Besetzung des Audimax zu beenden.





















