Rektorat der Universität signalisiert Gesprächsbereitschaft / Studierendenvertreter üben Kritik
Bielefeld. Die Zeichen zwischen Universitätsleitung und Studierenden stehen nach dem abgebrochenen Festakt, der zum Protest-Akt wurde, auf Dialog. Beide Seiten gehen davon aus, dass sie am Freitag bei einem Termin miteinander ins Gespräch kommen.
Wie berichtet, waren die Feierlichkeiten am Dienstag im Audimax vom Rektor abgebrochen worden, zum Empfang in der Mensa kam es angesichts 200 protestierender Studierender, die den Hörsaal belagerten, nicht. Etwa 600 Gäste mussten über Nebenausgänge aus dem Saal geführt werden. Rektor Gerhard Sagerer sprach über Megaphon zu den Protestierenden.
Das Rektorat zog sich gestern zu Beratungen zurück. Uni-Sprecher Torsten Schaletzke erklärte, das bereits seit mehreren Tagen für Freitag terminierte Gespräch zwischen Rektorat, AStA, Fachschaftsvertretern und studentischen Senatorinnen und Senatoren sei erst der Anfang eines Diskussionsprozesses und Dialogs. Dort werde es darum gehen, einen Fahrplan für weitere Schritte festzulegen. Eine Vollversammlung der Studierenden mit dem Rektor sei nicht ausgeschlossen, man werde am Freitag über weitere Aktivitäten auf Fakultätsebene sprechen können. Die Entscheidung darüber, ob die Unigala am übernächsten Samstag stattfindet, sei noch nicht gefallen.
Jan Rick, Vorsitzender des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA), war am Dienstagabend nicht dabei. Er begrüßte, dass der Rektor mit den Studierenden gesprochen hat. Zum Festakt war der Studierendenausschuss eingeladen, er nahm aber die Einladung nicht wahr. Gründe dafür seien der Ausschluss der Mehrheit der Studierenden sowie das Verhalten des Rektorats gegenüber der Studierendenschaft während und nach der Besetzung in der vergangenen Woche, so Rick.
Auf das Angebot, auf die Rednerliste des Festaktes gesetzt zu werden, war der AStA nicht eingegangen. "Dieses Angebot war nur Reaktion auf die Forderungen der Vollversammlung nach mehr studentischer Mitsprache", so der Vorsitzende. Das sei den Studierendenvertretern zu wenig gewesen, ganz abgesehen von der zugestandenen Redezeit von fünf Minuten.
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