Bielefeld. Der Polizei ist ein Internet-Betrüger aus Bielefeld ins Netz gegangen. Der 30-Jährige hatte bestellte und bezahlte Waren aus seinem Internetshop "Yoursurprice" nicht ausgeliefert. Bislang haben 70 Geschädigte Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Der mutmaßliche Betrüger wurde nun in Untersuchungshaft genommen.
Seit Anfang Dezember gingen dem auf Computerbetrügereien spezialisierten Bielefelder Kriminalkommissariat 13 per Telefon erste Hinweise auf den Fall ein. Weder Shop noch Betreiber waren für sie nach Leistung der Vorkasse zu erreichen. Gekauft hatten sie unter anderem teure Fernseher, die extrem unter den Vergleichspreisen der Mitbewerber lagen.
Die Polizei ermittelte, dass der Inhaber des Shops seit einigen Monaten in Bielefeld gemeldet war. Auch der Internetshop, den er angeblich von der Schildescher Straße aus betrieb, war seit dem 4. November ordnungsgemäß beim Gewerbeamt angemeldet.
Weitere Ermittlungen bei der Bank des Shopinhabers ergaben, dass sich auf dessen Konto rund 22.000 Euro aus knapp 100 Überweisungen befanden. Als der 30-Jährige Mann noch am selben Tag versuchte, Geld von seinem Konto abzuheben, wurde er von der Polizei vorläufig festgenommen. Da das Geld noch auf dem Konto war, haben einige Geschädigte in Internetforen berichtet, dass sie inzwischen ihr verloren geglaubtes Geld zurücküberwiesen bekommen haben. Hilfreich war hier der Kontakt zum
Kriminalkommissariat 13 der Polizei Bielefeld.
Richter glaubt die Geschichte nicht
Als Begründung dafür, dass die Besteller noch keine Ware erhalten
hatten, gab der "Yoursurprice"-Betreiber an, dass er mit dem erhaltenen Geld nach Polen fahren, die bestellten Artikel einkaufen und dann ausliefern wollte. Weder Polizei noch der zuständige Ermittlungsrichter glaubten ihm die Geschichte.
Die Internet-Adresse
www.yoursurprice.de ist inzwischen gesperrt worden. Leicht zu verwechseln ist diese mit der eines international tätigen Anbieters aus Holland, der unter
www.yoursurprise.de einen Shop für persönliche Geschenke betreibt. "Wir haben E-Mails von Leuten erhalten, die sich beschwerten, dass ihre Flatscreen-Fernseher nicht angekommen wären. Erst nach einigen Tagen sind wir darauf gekommen, dass es auch einen Shop mit 'c' statt unserem 's' in 'yoursuprise' gibt", erklärte Shop-Sprecherin Inka Gerschinski, die nun froh ist, dass der Spuk vorbei ist.
Genötigt, sich vom Online-Shop "Yoursurprice" zu distanzieren, sah sich auch die Bielefelder Firma B. W. K. – Media Center, die im Hinterhof an der Schildescher Straße 63 ansässig ist. Mit eben dieser Post-Adresse hatte der 30-jährige mutmaßliche Betrüger seine Internetseite registriert. "Wir benutzen die Verkaufsportale von Ebay und Amazon und bieten dort gebrauchte Drucker und Scanner an. Wir haben keine Probleme mit unseren Kunden bei uns bekommt jeder Kunde seine Ware oder sein Geld", so der Ladenbetreiber Barbaros Üstün im Internet-Forum
www.gegen-abzocke.com.
B. W. K. – Media Center habe zahlreiche Anrufe von geprellten "Yoursurprice"-Kunden bekommen und festgestellt, dass zwar keine Firma mit entsprechendem Namen, wohl aber der Shop-Betreiber ansässig war.
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