Bielefeld/Hagen. Er hatte das Lüdenscheider Rathauspersonal in Angst und Schrecken versetzt. Jetzt heißt es für den 48-jährigen Bielefelder: ab in die Psychiatrie. So entschied die Strafkammer im Hagener Landgericht.
Der Mann soll am 11. Februar 2008 eine SMS an das Lüdenscheider Rathaus geschickt haben. Darin hatte er die Explosion einer 50-Kilo-Bombe, die angeblich chemische und bakterielle Substanzen enthielt, angekündigt. Eine große Evakuierungsaktion der Polizei hatte für viel Aufregung bei den Mitarbeitern gesorgt.
Für das Gericht stand jetzt fest, dass der Mann aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung schuldunfähig ist. Diese Erkenntnis führte schließlich zu einem Freispruch. Auch besteht laut Beurteilung eines psychologischen Sachverständigen die Gefahr, dass der 48-Jährige erneut mit Gewaltdelikten straffällig wird. Deshalb sei die Unterbringung in der Psychiatrie dringend nötig.
Bereits in der Vergangenheit hatte der Bielefelder, dessen millionenschwerer Vater in Transsilvanien leben soll, mit einem Baseballschläger auf den Kopf seines Bruders eingeschlagen, weil dieser ihm angeblich Geld wegnehmen wollte. Auch hatte der Mann der Mitarbeiterin einer Behörde eine Plastiktüte mit der Bemerkung an die Tür gehängt, darin befinde sich eine Bombe. Später hatte sich die jedoch als Tischfeuerwerk entpuppt.
Der Bielefelder, der sich selbst für völlig gesund hält, entschuldigte sich gestern für die Tat in Lüdenscheid, obwohl er sie bis zu diesem Moment noch abgestritten hatte. Er vermutet hinter der SMS eine Verschwörung der Mitbewohner in seinem Haus, die ihn vertreiben wollen. Nach Verkündung des Urteils gab der 48-Jährige bekannt, sich gegen diese Entscheidung mittels Berufung zur Wehr setzen zu wollen.
Das könnte allerdings etwas schwierig werden, da hier nur das Rechtsmittel der Revision in Frage kommt. Jedenfalls werde er sich für das nächste Mal rechtlichen Beistand von oberster Stelle besorgen. Dann sollen ihm nämlich Rechtsanwälte aus dem Vatikan zur Seite stehen.
















