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11.02.2010
BIELEFELD
Frau gesteht Gasanschlag in Brackwede
Bezirksamt: Rettungsdienst im Großeinsatz

Einsatz | FOTO: THOMAS KOPSIEKER

Bielefeld (tok/red). In der Außenstelle der Arge (Arbeit plus) im Bielefelder Ortsteil Brackwede ist Donnerstagmorgen ein Gasanschlag verübt worden. Gegen 10.30 Uhr verspürten mehrere Mitarbeiter der im dritten Obergeschoss des Brackweder Bezirksamtes an der Germanenstraße untergebrachten Dienststelle ein Brennen in den Augen. Einige klagten über Atembeschwerden. Das Amt wurde für eine Stunde geräumt. Eine 26-Jährige hat mittlerweile die Tat gestanden.

Der Behördenleiter informierte sofort die Feuerwehr. Die Einsatzleitung löste Großalarm für den Rettungsdienst aus. Sieben Rettungswagen, mehrere Notärzte und ein Löschzug eilten zum Bezirksamt. Die Etage der Arge wurde evakuiert, 31 Mitarbeiter und Behördenbesucher wurden von Ärzten und Sanitätern untersucht. Drei Frauen wiesen Symptome einer Reizgasvergiftung auf. Sie wurden für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Nachdem die Feuerwehr die Räume gründlich gelüftet hatte, konnten die Mitarbeiter in ihre Büros zurückkehren.

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Schnell fiel der Tatverdacht auf eine 26-jährige, im Amt bekannte, Frau. Nach Auskunft der Polizei hatte es unmittelbar vor dem Auftreten der Beschwerden Ärger mit ihr in der Hartz-IV-Beratung gegeben. In der Wohnung der Frau fanden Ermittler Pfefferspray, wenig später gestand sie die Tat.  

Mehr lesen Sie Freitag in der Neuen Westfälischen.


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Kommentare
Diesen Pfefferspray-Anschlag finde ich absolut kriminell. Andererseits wird hier auch Verzweiflung der Täterin deutlich. Ich selbst bin unschuldigerweise in HartzIV geraten. Diese Bezüge reichen zum Leben nicht. Mit 57 Jahren bekomme ich, obwohl ich mich sehr bemühe und über eine gute Ausbildung verfüge, keine Chance mehr auf einen Arbeitsplatz. So kann ich auch nichts oder wenig für meine Rente einzahlen. Ich hätte gern ein RECHT auf Arbeit für alle HartzIV-Empfänger. Die Bezeichnung HartzIV empfinde ich als sehr entwürdigend, muss unbedingt geändert werden. Alle diejenigen, die einen Arbeitsplatz haben, sollten sehr dankbar sein und nicht missgünstig auf ALGII-Empfänger (HartzIV) blicken.

Drei Dinge verstören mich in dieser 'Diskussion' : 1. Fällt eigentlich niemandem auf, das systematisch von Seiten der Politik und der Medien (zumindest der meisten) eine Hetze stattfindet ? Diejenigen, die wenig haben (Berufstätige, die kaum zurechtkommen TROTZ geregelter Arbeit) und jene, die GARNICHTS haben (ALG2, Hartz IV, Sozi ... ) sollen sich hassen, und es funktioniert ja auch leider ... Wenn man Steuerhinterziehung in diesem Land NICHT (...)würde, sondern verfolgen, wäre das menschenwürdige Überleben der meisten hier oft sogenannten (...) locker zu finanzieren. Aber den richtigen Parasiten kommt man halt nicht bei, gell :-) 2. Wann nimmt eigentlich auch der geneigte BILD-Leser zur Kenntnis, dass HartzIV-Empfänger, also mal eben 8 Prozent der Bevölkerung, eben nicht das pauschal arbeitsfaule Pack ist, sondern arme, oft verzweifelte MENSCHEN sind, die keinen Job bekommen, von dem sie Leben können ??? 3. Ist das Wort GASANSCHLAG nicht in klein wenig übertrieben ??? In dem Sinne war 9/11 auch wohl ein 'fehlgeleitetes Wurfgeschoss' . Mann merkt, dass es hier (zum Glück) wenig bis gar keine Anschläge gibt. Am schlimmsten aber finde ich die menschenverachtende Haltung, die hier fast alle beziehen, so oder so . Schöne Grüsse aus WesterMerkel-Land !

Wieviel Pfefferspray wurde da eingesetzt, das so ein grosser Rettungseinsatz nötig war. Oder wurde dieser Anlass als Warnstreik genutzt?

Gewisse Fähigkeiten beim Lesen der ersten drei Kommentare sollten vorhanden sein, sonst wird es wohl mit der Zukunft auch nichts werden.... Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Es wird bestimmt nicht gut geheissen, dass Menschen bei deratigen Aktionen zu Schaden kommen. Es geht um den unhumanen, zwischenmenschlichen Umgang und seiner Auswüchse in der heutigen Gesellschaft, die stetig zunehmen und somit immer unerträglicher werden. Gleich von welchen Personen diese ausgehen. Das findet doch schließlich in dieser Aktion seinen Ausdruck. Zudem ist es bedauernswert, dass die überwiegenden Kommentare zweifelsohne zeigen, dass eine Abwertung von Personen rein aufgrund ihrer sozialen Stellung stattfindet. Arme Gesellschaft!

Was ein dummes kleines Mädchen. Nun muss sie vom mageren ALG II auch noch einen Rettungseinsatz bezahlen oder wandert gleich ein, weil sie die Kosten nicht aufbringen kann, womit sie dann aber keinen Anspruch mehr auf ALG II hat. Die Vorstrafe lässt auch grüßen. Wer dieses Verhalten nachvollziehbar hält... naja... kann auch auf Leistungen verzichten. Immerhin dann vielleicht ohne Vorstrafe. Armseelig. Und drehen wir den Spieß doch mal um: Kann dann jeder Sachbearbeiter oder Vermittler gleich mal mit Pfeffer sprühen, wenn ein "Kunde" zu frech/ fordernd oder forsch auftritt? Willkommen im Mittelalter! Jedem, der das Verhalten der Täterin für nachvollziehbar erachtet, wünsche ich mal einen Job mit intensivem Kundenkontakt und Emotionen quer durch alle Nationalitäten. Nee, hier sollte die Täterin mal ja nicht zum Opfer gemacht werden.



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