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15.02.2010
BÜREN/BIELEFELD
Nach Sperrung wegen Salzmangels: A 44 wieder frei
B 66 in Bielefeld zeitweise gesperrt

Im Einsatz | FOTO: DPA

Büren/Erwitte (lnw/red/jr). Ein unspektakuläres Handzeichen, dann rollte nach einer rund 40-stündigen Vollsperrung der A 44 zwischen Erwitte/Anröchte (Kreis Soest) und dem nordhessischen Diemelstadt der Verkehr wieder. Bereits in der Nacht zum Rosenmontag hatte die Autobahnmeisterei die seit Samstag in Fahrtrichtung Kassel auf 52 Kilometern gesperrte zweispurige Autobahn geräumt.

Bei der Freigabe fuhren dann erneut Streuwagen vor der Autokolonne. Zusammen mit einigen Polizeifahrzeugen sorgten sie dafür, dass der Verkehr zunächst nicht zu schnell rollte. Auf einigen Talbrücken bestand immer noch Glättegefahr.

Am Samstagnachmittag hatte Dirk Goecke von der Autobahnmeisterei in Bad Wünnenberg die Strecke kurzerhand wegen Salzmangels gesperrt. Zuvor waren reihenweise Autos ins Schlingern geraten, landeten in Leitplanken oder im Graben. Eine 46-jährige Autofahrerin war nahe Büren (Kreis Paderborn) getötet worden, als sie nach einem Unfall ausgestiegen und von einem rutschenden Wagen erfasst worden war. Als wegen dieser Unfälle der Verkehr stockte, war das auch das Aus für die Streufahrzeuge.
Hat wieder Salz-Nachschub | FOTO: MARC KÖPPELMANN

Weniger Verkehr am Rosenmontag

Das zunächst erwartete Chaos auf den Ausweichstrecken rund um den gesperrten Autobahn-Abschnitt blieb jedoch aus. Auf den Bundes- und Landstraßen waren zwar mehr Autos unterwegs, zu Störungen kam es aber nicht. "Das liegt vielleicht auch am Rosenmontag, wo viele nicht zur Arbeit fahren", vermutete ein Polizist auf der Leitstelle in Soest.

Ruhig war es auch auf der Raststätte Soest-Ost. Kassiererin Silke Prinz hatte wenig zu tun. "Normalerweise ist hier im Berufsverkehr viel mehr los. Viele haben gefragt, wo sie denn nun langfahren können." Da konnte Prinz aber genauso wenig helfen wie die Polizei.

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Denn eine ausgeschilderte Umleitung gab es nicht. Lediglich die Empfehlung der Autobahnpolizei in Bielefeld: "Lastwagen sollen über die A 2 nach Hannover und dann über die A 7 nach Kassel fahren." Das bedeutete für so manchen Trucker einen Umweg von rund 200 Kilometern.

Hilfe aus Herford und Werl

Goecke, der die für den Streckenabschnitt zuständige Autobahnmeisterei erst seit vergangenem Oktober leitet, hatte bereits im Vorfeld Probleme mit Salzmangel. "Wir sind seit Silvester jede Nacht draußen gewesen", berichtete er. Rund um Marsberg und Diemelstadt gab es regelmäßig Schnee oder Frost, so dass gestreut werden musste. Umliegende Autobahnmeistereien griffen den Kollegen zwar unter die Arme: "Wir haben Salz von den Meistereien in Herford und Werl bekommen." Aber um die Strecke nach der Unfallserie wieder sicher ans Laufen zu bringen, hätte dies nicht ausgereicht. Erst am Sonntag kam neues Salz.

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Wie viele anderen Straßenmeistereien wird auch Goecke in Sachen Streusalz weiterhin nur von der sprichwörtlichen Hand in den Mund leben können. Die Produzenten haben offenbar keine Vorräte mehr und liefern nur die jeweilige Tagesproduktion aus. Die aber reiche bei der derzeitigen Witterungslage nicht aus.

B 66 in Bielefeld gesperrt

Kurz nachdem die Sperrung der Autobahn aufgehoben wurde, musste im Bielefelder Stadtgebiet für anderthalb Stunden die stadteinwärts führende Bundesstraße 66 (Lagesche Straße) aufgrund von Eisglätte bis zum Ostring für den Verkehr gesperrt werden. In Richtung Lippe konnte der Verkehr weiterhin fließen.

Nach einem Glätteunfall veranlasste die Polizei gegen 10.20 Uhr die Sperrung, weil sich laut Polizeisprecherin Christine Schmitt die Beamten an der Unfallstelle nur mit Mühe auf den Beinen halten konnten. Sie leiteten daraufhin den fließenden Verkehr nach Bielefeld über die Detmolder Straße in Ubbedissen um.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
na ja, erstaunlich war nur das fast alle Straßen im Umkreis gut zu befahren waren. Ein vernünftiges Tempolimit hätte evtl. auch geholfen.

Hallo Her Tegtmeier, volkswirtschaftlich dürfte das eher von Nutzen sein: die Deutschen müssen so ihre Ersparnisse für die Reparatur ihrer Autos ausgeben und können Sie so nicht mehr auf teuren Fernreisen der deutschen Volkswirtschaft entziehen :-)

Es wurde nicht gespart. Wenn man lesen kann dann weiss man das Lieferengpässe die Ursache ist. Was gibt es denn daran nicht zu verstehen das es durch Salzknappheit nicht möglich ist zu streuen ??? Der Lieferant kann nicht die Menge nach liefern die unsere Komunen benötigen. Wie in den Bericht zu lesen ist, wurde jetzt schon mehr Salz als in den Vorjahren gebraucht. Und man kann nicht im Vorfeld planen wieviel Salz für einen Winter benötigt wird. In den Läden gibt es für Privat Haushalte auch schon kein Salz mehr. Bei uns in Werther hiess es in allen Läden das man hoffe in dieser Woche wieder beliefert zu werden. Ich wiederhole das Wort, es wird GEHOFFT. Erst regen sich alle auf wenn zu viel Geld ausgegeben wird weil man nicht soviel Salz benötigt. jetzt heisst es die Kommunen hätten gespart. Und dann wird zu unrecht etwas unterstellt.

ich hätte noch etwas in der Garage.....davon kann man ja nie genug haben....

@Tegtmeier: Für den volkswirtschaftlichen Schaden interessieren sich doch nicht die Verantwortlichen der Kommunen. Alles was durch die Schäden an Steuerausfall entsteht, wird eben durch die Erhöhung der Grundsteuer wieder reingeholt. Dass man dadurch weitere Kaufkraft vermindert, interessiert die Damen und Herren ebenfalls nicht. Hauptsache die üppigen Gehälter fließen. Wenn Sie Auto fahren, können sie mit einer saftigen Erhöhung der Versicherungsbeiträge im nächsten Jahr rechnen.



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