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05.03.2010
BIELEFELD
Die Schattenseite des Zentrums
Polizei will Kräfte am Jahnplatz bündeln / Statistisch weniger Gewalttaten
VON MARIUS GIESSMANN

In den Schlagzeilen | FOTOMONTAGE: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld. Heute Abend werden sie wieder am Jahnplatz aufeinandertreffen: alkoholisierte und möglicherweise auch gewaltbereite Nachtschwärmer – eine explosive Mischung. Der Blick ins NW-Archiv liefert zahlreiche Gewaltdelikte rund um den Verkehrsknotenpunkt. Beim jüngsten wurde der 17-jährige Hendrik Plath so schwer verletzt, das er seitdem halbseitig gelähmt ist. Trotzdem sprechen Geschäftsleute und Polizei von "bedauerlichen Einzelfällen".

"Diesmal sind die Folgen leider besonders gravierend", sagt Polizei-Oberrat Michael Borchardt, verantwortlich für das Projekt "Sichere Innenstadt", dessen Fokus seit April 2009 auf die Vermeidung von Gewaltdelikten gerichtet ist. Die Einschätzung des 25-jährigen Retters Timo Kohlmeyer, der den folgenschweren Angriff stoppte und den Jahnplatz gegenüber dieser Zeitung "Bielefelds gefährlichsten Platz" nannte, teilt Borchardt: "Das ist objektiv richtig. Da passiert einfach am meisten, weil dort die meisten Menschen sind."

So lautet auch die Einschätzung der Geschäftsleute, die vor Ort an Wochenenden vor allem abends und nachts viel Publikum haben. "Das ist halt ein Sammelpunkt, an dem schon durch den Nachtbusverkehr immer wieder alkoholisierte Menschen aufeinandertreffen", sagt Frederike von Spiegel, Geschäftsführerin der CE Gastronomie und Verpachtungs GmbH (Betreiber des Café Europa). Schwere Übergriffe sind nach ihrer Einschätzung jedoch eine seltene Ausnahme. "In den vergangenen zehn Jahren hat sich da nicht viel verändert", sagt sie.

Arndt Heiderich, Franchisenehmer für die McDonalds-Filiale am Jahnplatz, in der Opfer und Täter vor dem Zusammenstoß Kunden waren, sieht darin kein Bielefelder Problem: "Solche Plätze gibt es in jeder Stadt." Die tätlichen Auseinandersetzungen dominieren seiner Meinung nach nicht das Geschehen am nächtlichen Treffpunkt Jahnplatz. Trotzdem appelliert er an "das wachsame Auge der Mitbürger" und zeigt sich zufrieden angesichts des "gesunden Maßes an Polizeipräsenz".

Die hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren vor allem an Wochenenden verstärkt, da nach Borchardts Angaben gut die Hälfte aller gemeldeten Gewaltdelikte in den beiden Wochenendnächten passieren. 15 waren es in den beiden ersten Monaten des Jahres, ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2009. Damals endete die Kombination aus Alkohol und Aggression an Wochenenden 18 Mal mit Handgreiflichkeiten.

"In diesen tatkritischen Zeiten haben wir schon seit 2008 einen zusätzlichen Streifenwagen im Einsatz, außerdem laufen vier Beamte Fußstreife zwischen Boulevard und Jahnplatz", sagt Borchardt. Trotzdem sieht er – auch losgelöst vom jüngsten Fall – noch Verbesserungspotenzial. Dazu will er demnächst den Kontakt zu Vertretern der Stadt, des Ordnungs- und Jugendamtes sowie Verantwortlichen des öffentlichen Nahverkehrs suchen. "Es geht darum, Feinheiten abzustimmen und Kräfte zu bündeln", sagt er.

Durch die Zusammenarbeit könnte künftig möglicherweise die Präsenz kurz vor den Abfahrtszeiten der Nachtbusse verstärkt werden. Borchardt: "Dann ist am Jahnplatz immer ordentlich was los." Hendrik Plath hätte diese Maßnahme nicht geholfen. Der Angriff auf ihn erfolgte zu einer untypisch frühen Zeit: gegen 22 Uhr.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Aus Rücksicht auf das Opfer beenden wir die Diskussion. NW

Ich empfehle, mal in das Studio (...) zu gehen und in den hinteren Bereich der "Muckimänner" zu schauen. Da findet man diese selbstgefälligen Leute, die am Wochenende die Stadt aufmischen. Leute, dumm wie Bohnstroh, aber dermaßen widerlich in ihrer egomanen Art, dass es schon nicht mehr schön ist. ++++++ Nach einer Aufforderung, sich mal etwas besser zu benehmen, erhält man als Antwort: "Verpiss dich du *****DEUTSCHER. Von euch gibt es eh bald niemanden mehr. Dies wird unser Kudistan in Europa!"++++Da ist man dann restlos bedient. Ich kann verstehen, dass das neue Studio (...) solche Typen nicht akzeptiert. Das wird diesem Unternehmen dann als Rassismus ausgelegt. Man, Man, was ist aus unserem Land geworden?

Vor etwa drei Wochen habe ich selber mit einer Bekannten auf den Bus warten müssen. Wir haben vor dem Haus der Technik gestanden, in Rufweiter der Türsteher vom Café Europa. Wir hatten noch 10 Minuten zu warten und sind während dieser Zeit fast Zeugen von zwei unmittelbaren Schlägereien geworden. Es ist interessant, dass die Sicherheitskräfte/Türsteher des Café Europa die besagte Truppe nur darum "gebeten" hat, sich doch bitte nicht vor der Tür der Diskothek zu schlagen. Sie sollten doch bitte hinter das Gebäude gehen, war die Aussage. Ich muss noch erwähnen, dass etwa 6 Personen eine männliche Person (+ Freundin als Begleitung) mal so nebenbei ins Krankenhaus prüggeln wollten. Dies konnten wir sehr gut mitbekommen, da die besagte Truppe nicht mal 5-10 Meter von uns entfernt stand und darauf gewartet hat, dass das "Opfer" + Begleitperson in einen Bus steigen. Ich kann nur erahnen was passiert ist, nachdem ich leider sehen musste, dass die gesamte Truppe in den selben Bus gestiegen ist wie das Pärchen.

...es ist schon sehr traurig,wenn man lesen muß,daß "ehrenwerte Geschäftsleute" ihren materiellen Gewinn vor die Gesundheit von Menschen stellen.Ein Cafe Europa trägt sicherlich nicht unwesentlich zur misslichen Situation am Jahnplatz bei.Vielleicht würde sich die Einstellung/die Ansichten zu den jüngsten Geschehnissen total ändern,wenn der Betreiber von Mc Donalds/Herr Heiderich,oder die Betreiberin des Cafe Europa/Frau von Spiegel einmal in den Genuß kämen,das zu erleben,was kürzlich dem 17-jährigen Jungen angetan wurde.Es kommt soweit,daß man sich schämen muß,Deutscher zu sein.

lange nicht mehr so viel Schwachsinn in so wenig text gelesen ...



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