Hochgefühl bis zur 17. Minute
Bielefeld. Es war ein gut gemeintes Geschenk, allerdings mit ungeahnten Folgen. Die Xing-Gruppe "12. Mann" stattete 40 behinderte und nicht behinderte Mitglieder des Bielefelder Fanclubs "Arminenschmiede" mit Karten für das Heimspiel gegen Karlsruhe aus. Voller Vorfreude brachen die zur Schüco-Arena auf, drei von ihnen starteten an der Neuen Schmiede. Dann kippte die Stimmung.
"Das darf doch wohl nicht wahr sein", schimpft Fabian Blottnitz, kurz nachdem er im Block M1 Platz genommen hat. "Die müssen rangehen und dürfen nicht ’nen halben Meter vom Gegner wegstehen." Schon die ersten halbherzigen Zweikämpfe strapazieren die Nerven des 39-Jährigen, der in Eckartsheim wohnt, aber seit Jahren leidenschaftlicher Anhänger Arminias ist.
Seine Begleiterinnen, Chantal Schmidt und die ehrenamtliche Betreuerin Margarete Musialik beobachten das müde Treiban auf dem Rasen hingegen schweigsam – bis in der 17 Minute Karlsruhes Gaetan Krebs das 1-0 erzielt. "Das ist doch Mist", platzt es aus der 25-jährige Schmidt heraus. Auch Musialik zieht eine traurige Mine. "Vielleicht wird es ja noch was", sagt sie. Ihr Mann sitzt zu diesem Zeitpunkt auf der gegenüberliegenden Seite des Stadions. Er begleitet Rollstuhlfahrerin Christa Stanick.
"Insgesamt sitzen fünf Rollifahrer aus der Arminenschmiede dort", erklärt Detlev Bartling, Mitorganisator der Aktion. Die übrigen Beschenkten verteilen sich auf der Haupttribüne. "Wir hatten deutlich mehr Anfragen als Tickets", sagt er. "Leider konnten wir nicht alle beschenken." Das soll beim Derby gegen Paderborn am 20. März vielleicht schon anders aussehen. Ambitioniertes Ziel der Xing-Gruppe ist, rund 100 gesponsorte Karten zu verschenken. Bartling: "Dann aber hoffentlich für ein besseres Spiel."