Bielefeld. Die neueste Bilanz des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld (EvKB) ist beeindruckend: Nach den Ergebnissen von 2007 (-11 Mio. Euro) und 2008 (-6,9 Mio. Euro) erwirtschaftete die Klinik 2009 voraussichtlich ein Jahresplus von 1,5 Millionen Euro. Geschäftsführer Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck wollte zu den vorläufigen Zahlen keine Stellungnahme abgeben – obwohl diese sogar seine eigenen Erwartungen übertrafen. Noch Anfang 2009 hatte er mit einem Defizit von 3 Millionen Euro gerechnet.
Die Pressestelle bestätigte lediglich das voraussichtliche Betriebsergebnis, die endgültigen Zahlen werden aber erst am 23. April bekannt gegeben.
Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass "man auch in einem evangelischen Krankenhaus unter Umsetzung des diakonischen Auftrages erfolgreich wirtschaften kann", wird Meyer zu Lösebeck in der Zeitschrift der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Der Ring, zitiert. Mitte Februar hatte er auf dem Neujahrsempfang im Assapheum die vorläufigen Zahlen vorgestellt. "Man sei mehr als zufrieden", heißt es weiter mit dem Verweis, dass in das positive Ergebnis bereits 2,5 Millionen Euro Kosten für interne Umstrukturierungsmaßnahmen eingesetzt sind. Daraus ergäbe sich sogar ein theoretisches Plus von 4 Millionen Euro.
Nachdem der als Krankenhaus- und Wirtschaftsfachmann bekannte Meyer zu Lösebeck im September 2007 die Geschäftsführung der 2005 fusionierten Klinik von Johannes-Krankenhaus, den Krankenanstalten Gilead und Mara übernommen hatte, leitete er einen bei Teilen der 4.000 Beschäftigten umstrittenen Sanierungskurs ein. Zuletzt wurde die Hauswirtschaft ausgegliedert, eine Maßnahme, die 4,3 Millionen Euro Personalkosten einsparte.
Trotzdem bestehe weiterhin ein erhebliches Sanierungspotenzial. Mit 39 Projekten sollen weitere 10 Millionen Euro eingespart werden. Gleichzeitig plant das Krankenhaus umfangreiche Investitionen: In den kommenden vier Jahren sollen 80 Millionen Euro – 24 Millionen allein in 2010 – für Baumaßnahmen, neue Geräte und eine bessere Kliniksteuerung ausgegeben werden. Das Ziel: sinkenden Kosten und steigende Fallzahlen. Die erste große Anschaffung ist ein in der Region einmaliger Operationsroboter. ¦ 5.Lokalseite