Bielefeld/Hörstel. Drei Männer halten Montag zu später Stunde mit ihrem Opel Astra vor dem Haus eines 25-jährigen Mannes und seiner 18-jährigen Partnerin. Sie gehen zielstrebig ins Haus in Hörstel-Riesenbeck (Kreis Steinfurt). Kurz danach hören Nachbarn ein laute Auseinandersetzung, es kommt zu Handgreiflichkeiten, der 25-Jährige flüchtet. Wenig später zerren die unbekannten Männer die junge Frau gegen ihren Willen in den Opel. Ihr Baby haben sie auch dabei. Nur drei Stunden später klicken in Bielefeld die Handschellen.
Wie Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer, Pressesprecher der Anklagebehörde in Münster, gestern bestätigte, hatte die Polizeileitstelle in Steinfurt gegen 23.15 Uhr einen Hinweis auf den Vorfall bekommen. "Nach Angaben des Anrufers wurde eine 18-jährige Frau und ihr Säugling von drei Männern gegen ihren Willen in ein Auto gezerrt, das anschließend davonfuhr", hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und der Kreispolizeibehörde Steinfurt.
Offensichtlich konnte ein Zeuge wertvolle Angaben zu dem Opel Astra mitteilen, denn die Ermittler baten schon wenig später die Bielefelder Polizei, die Wohnung zweier syrisch-kurdischer Brüder zu observieren. Tatsächlich erschien der verdächtige Opel gegen 2.15 Uhr an der besagten Wohnanschrift – im Auto saßen drei Männer. Nach bisher unbestätigten Informationen die beiden verdächtigen Brüder und ihr Cousin. Sie ließen sich ohne Widerstand festnehmen. Waffen hatte sie laut Schweer nicht bei sich.
Die junge Mutter und ihr Baby hatten die Entführer offensichtlich vorher bei Familienmitgliedern an der Herforder Straße abgeliefert. "Sie konnten unbeschadet aus der Wohnung befreit werden", sagte Schweer.
Da alle Beteiligten Mitglieder einer syrisch-kurdischen Familie sind, gehen die Ermittler erstmal von einer innerfamiliären Auseinandersetzung aus. Womöglich wollten die Entführer eine von der Familie nicht befürwortete Beziehung beenden.

















