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25.03.2010
BIELEFELD
Drogenszene kämpft gegen Polizei
Acht Festnahmen, vier verletzte Polizisten
VON JENS REICHENBACH

Großer Auflauf | FOTO: SANDRA SANCHEZ

Bielefeld. Auslöser war ein kleiner Rempler eines Passanten in der Bahnhofshalle im Bielefelder Hauptbahnhof. Als der Angerempelte gegen 17.40 Uhr total ausrastete, wollten ihn Polizisten festnehmen. Weil sich aber 30 bis 40 Angehörige der Drogenszene spontan mit dem 29-jährigen Schwarzafrikaner solidarisierten, kam es statt dessen vor der Tüte zu einer beispiellosen Schlägerei mit der Polizei. Mehrere Beamte wurden verletzt.

Laut Bundespolizeisprecher Thorsten Lösbrock hatte sich der 29-Jährige nach dem Rempler auch von Polizisten nicht beruhigen lassen. "Er verfolgte plötzlich den Passanten und griff ihn an." Vor der Tüte am Stadtbahn-Abgang soll er sich schließlich mit Schlägen und Tritten massiv einer Festnahme widersetzt haben. Die Beamten forderten deshalb Verstärkung von der Polizeibehörde Bielefeld an. Als die eintraf, versuchten bereits 30 bis 40 Szeneangehörige die Festnahme zu verhindern. "Wir mussten da alles hinschicken, was wir hatten", sagte Polizeihauptkommissar Uwe Krull von der Leitstelle. "Bei den massiven Widerstandshandlungen wurden drei Beamte verletzt, ein Polizist erlitt eine Augenverletzung." Die Einsatzkräfte brauchten eine Stunde, um die Lage an der Tüte wieder unter Kontrolle zu bringen.

Laut Polizeibericht wurden alle acht Haupttäter in Gewahrsam genommen. Gegen drei von ihnen wurden Strafanzeigen wegen Widerstandes gegen Polizisten erstattet. Als die Schlägerei ihren Höhepunkt erreicht hatte, schätzten Beamten die Menschentraube auf dem Bahnhofsvorplatz auf rund 200 Personen.

"Nach den Ingewahrsamnahmen beruhigte sich die Lage spürbar", so Krull, "so dass sich die Menge wieder zerstreute." Einige Schaulustige beschwerten sich später aber, ohne ihr Zutun in das unübersichtliche Gerangel geraten zu sein.

Der 29-Jährige, der den Vorfall mit seiner Aggressivität ausgelöst hatte und laut Lösbrock nicht der Drogenszene angehört, kollabierte nach seiner Festnahme (er hyperventilierte). Er wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Wegen seines unerklärlich aggressiven Verhaltens wurde ihm später eine Blutprobe entnommen.
    


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Kommentare
@Besserwessi: Die Alkis und Junks sind nicht da wo es den Stoff gibt, sondern der Stoff wird dort vertickt, wo die Kundschaft ist. Also wieder nix mit "zwangsweise Versammeln" zum Drogenfassen an der Tüte. Dass nun auffällig mehr/häufiger Polizisten an der Tüte zu sehen sind, dürfte eine reine Alibi-Veranstaltung sein; diese Polizisten fehlen dafür an anderer Stelle. Ausserdem läuft das Projekt "Sichere Innenstadt" für das sich der Polizeipräsident noch vor wenigen Tagen auch in der NW über den grünen Klee gelobt hat, Ende März aus. Als Bielefelder und Besucher der Stadt darf man gespannt sein, wie sicher die Innenstadt dann sein wird. In den 70/80ern war die Polizei noch "Garant für Ihre Sicherheit" - heute steigert sie (nur noch) das "subjektive Sicherheitsgefühl". Bemerken Sie den Unterschied? Ich denke, dieser Paradigmenwechsel ist an vielen Orten der Stadt deutlich zu spüren.

Ja, Herr Greiner, da kann ich Ihnen nur recht geben.Wirklich unsicher fühle ich mich hier nicht, außer als ich als Schalke Fan in den Gästeblock der Alm bin beim Bundesligaspiel damals =) Allerdings tangiert mich die Nachrichten dieses Blattes langsam in die Offensive.Ich bin wirklich keine kleine Person, aber langsam denke ich auch darüber nach mir CS-Gas zuzulegen um mir die Schläger vom Hals zu halten. Oder "haben" die Medien mich jetzt ? Und @ A.Nonymus: Na irgendwoher müssen die Ihren Stoff ja auch kriegen. UND: Es sind sehr wohl immer wieder Polizisten in Uniform, jedoch in Zivilwagen direkt gegeüber der Tüte zu sehen. Vor allem gestern gegen 15 Uhr war es ein sehr erheiterndes Bild. 6-8 Polizisten zeigten einfach "Präsenz" an der Tüte. Und die paar Drücker die noch am Platz waren waren auch sehr belustigt über dieses Bild.... Warum gibt es so eine Präsenz nicht am Jahnplatz am Wochenende? Oder am Boulevard ?

Egal ob in der Bahnhofsgegend oder sonstwo in Bielefeld: wirklich unsicher fühle ich mich da nirgends. Außer vielleicht auf dem Ostwestfalendamm, der A2 oder auf der Alm...

@Besserwessi: Die Sucht zwingt also diese Menschen, sich ausgerechnet an der Tüte zum Pöbeln, Prügeln, Saufen, Fixen, Urinieren, Betteln, Belöästigen etc. zu versammeln und NICHT die angebotenenen, betreuten Treffpunkte für ihre Geselligkeit zu nutzen? - Intressante These, meinen Sie nicht? Die wenigen Polizisten, die in Bielefeld für den Streifendienst zur Verfügung stehen, werden wohl leider alle Hände voll mit anderen (Gewalt-) Taten und Aufgaben in dieser "sichersten Großstadt" zu tun haben, so dass zum zivilen Kaffeetrinken und Beobachten weder Zeit noch Personal vorhanden sein dürfte. Nebenbei: Wer süchtig ist, ist krank und kann sich (auf Kosten der Allgemeinheit) behandeln und therapieren lassen. Die Tüte ist weder Krankenhaus noch Therapiezentrum.

Tag, @A.Nonymus : Wer diese Menschen dazu zwingt ?? Es ist wohl die Sucht. Was denn sonst. Irgendwo her muss der Stoff ja kommen, den die 15 Polizisten die hier anscheinend für ganz Bielefeld tätig sind noch nicht beschlagnahmt haben. Und wie ich schon bemerkt habe hat sich doch schon viel getan in Sachen Anti-Drogen-Kampagne in unserer Stadt. Ich erinnere nur an den sogenannten "Pavi" Menschen brauchen andere Menschen die so sind wie Sie selber. Das wissen Sie auch, denn Ihre Freunde un Bekannten werden Sie auch spiegeln. Abgesehen davon ist es doch auch für die paar Polizisten einfacher wenn die einfach Im Zivil-Wagen sitzen müssen, Kaffe trinken und die Junkies beobachten. Außerdem kann die "Gesellschaft" doch froh sein dass man Leute mit Alkohol und Drogen klein halten. Sonst würde es schenller zur Revolution kommen als den Politikern und sonstigen Kastendenkern lieb ist



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