Bielefeld. Auslöser war ein kleiner Rempler eines Passanten in der Bahnhofshalle im Bielefelder Hauptbahnhof. Als der Angerempelte gegen 17.40 Uhr total ausrastete, wollten ihn Polizisten festnehmen. Weil sich aber 30 bis 40 Angehörige der Drogenszene spontan mit dem 29-jährigen Schwarzafrikaner solidarisierten, kam es statt dessen vor der Tüte zu einer beispiellosen Schlägerei mit der Polizei. Mehrere Beamte wurden verletzt.
Laut Bundespolizeisprecher Thorsten Lösbrock hatte sich der 29-Jährige nach dem Rempler auch von Polizisten nicht beruhigen lassen. "Er verfolgte plötzlich den Passanten und griff ihn an." Vor der Tüte am Stadtbahn-Abgang soll er sich schließlich mit Schlägen und Tritten massiv einer Festnahme widersetzt haben. Die Beamten forderten deshalb Verstärkung von der Polizeibehörde Bielefeld an. Als die eintraf, versuchten bereits 30 bis 40 Szeneangehörige die Festnahme zu verhindern. "Wir mussten da alles hinschicken, was wir hatten", sagte Polizeihauptkommissar Uwe Krull von der Leitstelle. "Bei den massiven Widerstandshandlungen wurden drei Beamte verletzt, ein Polizist erlitt eine Augenverletzung." Die Einsatzkräfte brauchten eine Stunde, um die Lage an der Tüte wieder unter Kontrolle zu bringen.
Laut Polizeibericht wurden alle acht Haupttäter in Gewahrsam genommen. Gegen drei von ihnen wurden Strafanzeigen wegen Widerstandes gegen Polizisten erstattet. Als die Schlägerei ihren Höhepunkt erreicht hatte, schätzten Beamten die Menschentraube auf dem Bahnhofsvorplatz auf rund 200 Personen.
"Nach den Ingewahrsamnahmen beruhigte sich die Lage spürbar", so Krull, "so dass sich die Menge wieder zerstreute." Einige Schaulustige beschwerten sich später aber, ohne ihr Zutun in das unübersichtliche Gerangel geraten zu sein.
Der 29-Jährige, der den Vorfall mit seiner Aggressivität ausgelöst hatte und laut Lösbrock nicht der Drogenszene angehört, kollabierte nach seiner Festnahme (er hyperventilierte). Er wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Wegen seines unerklärlich aggressiven Verhaltens wurde ihm später eine Blutprobe entnommen.