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06.05.2010
BIELEFELD
Eine Frage des Vertrauens
Städtische Bürgschaft für Arminia? Politiker unter Druck / Belastbare Daten gefordert
VON ANSGAR MÖNTER

Erwarten einen "heißen Mai" | FOTOS: ANDREAS ZOBE

Bielefeld. Alle reden vom Geld. Arminia ist in existenziellen Finanznöten. Aber es gibt noch etwas, was dem Verein fehlt: Vertrauen. Im Rathaus jedenfalls herrscht deshalb Ratlosigkeit. Die Politiker diskutieren hitzig – unter anderem gestern Nachmittag live bei Radio Bielefeld – , ob sie einer von Arminia angefragten städtischen Bürgschaft über sechs Millionen Euro noch im Mai zustimmen sollen. Der Verein braucht sie für die Lizenz-Erteilung Anfang Juni. Das Stimmungsbild ist – für den Verein – äußerst kritisch.

Die Grünen und die FDP sind die ersten, die sich positioniert haben. Sie lehnen eine Hilfe der Stadt ab – zumindest nach derzeitigem Kenntnisstand. "Uns fehlen belastbare Zahlen und Transparenz", moniert Inge Schulze, Fraktions-Chefin der Grünen. "Die Bürger sollen nicht für Managerfehler bei Arminia zahlen müssen", ergänzt Thomas Seidenberg (FDP).

Oberbürgermeister Pit Clausen, dessen SPD Koalitionspartner von Grünen und FDP ist, neigt hingegen dazu, der Bürgschaft zuzustimmen. "Ich muss mich fragen, ob die Stadt ein Interesse hat, dass Arminia gerettet wird. Drei Gründe sprechen dafür", sagt er. "Die Stadt ist selbst Gläubiger, es steht noch ein hoher Millionenbetrag aus, der bei einer Insolvenz verloren wäre; das große Stadion soll keine zweite Radrennbahn werden; Arminia ist der Imageträger der Stadt." Allerdings will auch Clausen erst alle Unterlagen prüfen lassen. So wie Ralf Schulze von der BfB und Andreas Rüther (CDU), Vorsitzender des Sportausschusses. "Wir haben noch keine Grundlage, auf der wir entscheiden können. Wir brauchen das Konzept des neuen Vorstands", sagt Rüther. Er und die anderen Ratsmitglieder befürchten, dass nach der Rettung 2010 die nächste Rettung 2011 folgen könnte.

Wolfgang Brinkmann, Stadtwerke-Chef und designierter Präsident von Arminia, kann das Misstrauen der Politik verstehen nach den jüngsten Ereignissen rund um Arminia und Stadionbau. "Die Stadt kann nur helfen, wenn Arminia mittelfristig Bundesligafußball garantiert." Er will dazu beitragen, dass das der Fall sein wird. "Wenn die Politik ein Bekenntnis zu Arminia abgibt, werden wir einen Weg finden", verspricht er.

Brinkmann betont immer wieder, dass es nicht darum gehe, mit Steuergeld Spielergehälter zu bezahlen: "Kein Cent soll aus der Stadtkasse an den Verein überwiesen werden. Es geht um eine Bürgschaftserklärung, damit die Lizenz erteilt wird und Arminia wieder zu den Banken gehen kann." Auch aus der Bielefelder Wirtschaft soll noch Geld eingeworben werden. Er warnt davor, Entscheidungen aufgrund von Stimmungen zu treffen nach dem Motto: Anderswo wird gespart und Arminia geben sie Geld. "So eine Diskussion ist nicht mein Niveau." Rüther mahnt ebenso eine sachliche Ebene an, betont aber, dass die Politik die Haushalts-Konsolidierung dabei nicht außer acht lassen könne.

Die Lage ist extrem schwierig, muss aber sehr schnell erfasst und gelöst werden. Am 27. Mai soll in einer Rats-Sondersitzung entschieden werden. Einen Aufschub wird es nicht geben. Die Unterlagen von Wirtschaftsprüfer Roland Berger sowie alle relevanten Papiere sind laut Brinkmann im Rathaus. 21 Tage haben die Ratsmitglieder Zeit, sich Gedanken zu machen, wie weit sie den neuen Leuten bei Arminia vertrauen und wie wichtig ihnen die Rettung des größten Imageträgers der Stadt ist.
    


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Kommentare
@oemmes: Ich pflichte Dir in Sachen Kunsthalle, Stadthalle, Museen durchaus bei. Aber nicht was die Unterstützung Arminias bestrifft. Die hat 12 oder 13000 Mitglieder, die ersteinmal helfen sollten. Warum sind sie sonst Mitglieder ? Außerdem muß ich zu Arminia noch sagen, daß man woanders in der Republik regelmäßig belächelt wird, wenn man erkennen lässt, daß man aus Bielefeld kommt oder Arminia anspricht. Respekt oder Anerkennung erlebe ich selten in diesem Zusammenhang. Ich komme beruflich in der ganzen Republik herum. Also von daher braucht die Stadt Bielefeld diesen Club definitiv nicht.

@Horst 52; genau und irgendwann muss Schluß damit sein. Wieviel Lebensqualität für die normale Familie gibt es den in Bielefeld noch? Es ist ja richtig dass auch Ausgaben für Teather, Kunsthalle etc. viel stärker auf den Prüfstand gehören. Aber es ist unverantwortlich Freibäder zu schließen, Jugendeinrichtungen die Unterstützungen zu kürzen dass diese ebenfalls geschlossen werden müssen, Schulen, Kindergärten und Sportstätten teileweise in desaströsen Zuständen sind weil das Geld fehlt. Für die Zukunft und Entwicklung der Kinder ist kein Geld da aber Halfar und Konsorten soll der Spielplatz erhalten werden. Kleine Vereine müssen sich auch selber darum kümmern dass sie sich aus eigenen Mitteln oder Sponsoren
finanzieren. Wer da ruhigen Gewissens einer Bürgschaft zustimmt dem ist nicht mehr zu helfen. Sollen die fehlenden 6 Millionen doch von denen kommen, die es für wichtig erachten. Richtet doch ein Spendenkonto ein, dann können von den knapp 323000 Einwohnern Bielefelds alle selber entscheiden ob sie Geld übrig haben und den Verein unterstützen wollen. Die Zahl der Einzahler und auch die Summe wäre sicherlich überschaubar. Daran kannst Du dann ablesen wie wichtig lt. Deiner Aussage "unsere Arminia" für die große Masse ist.

Für alles hat die Stadt Bielefeld Geld, für Imigrantenprojekte für das Theater das seid Jahren mit Millionen gesponsort wirdvon der Stadt und nur weil es Lobbyisten sind die im Rathaus sitzen und keine normal denkenden Menschen. Wie kann man noch überlegen einen Traditionsverein wie Arminia nicht einmal eine Bürgschaft zu geben, wo der Gegenwert auch noch um ein vielfaches der Bürgschaft vorhanden ist. Es scheint nicht nur den berühmten Kölner Klüngel sondern auch den Bielefelder Klüngel zu geben. Eine Großdemo spontan nach dem Oberhausenspiel durch die Stadt, den Verkehr lahmlegend und als Ziel das Rathaus wählen wächst in immer mehr Köpfen der Arminiafans.

Ganz sachlich betrachtet, muss man das Risiko dieser Bürgschaft unter Einbeziehung aller Faktoren abwägen und dann entscheiden. So einfach bzw. schwierig ist das! WENN Arminia tatsächlich ALLE erforderlichen Zahklenmaterialien für diese Entscheidung geliefert hat, sollte die Entscheidung machbar sein (in welche Richtung diese dann auch ausfällt) ABER genau da habe ich so meine Zweifel, nach den kleckerhaften Enthüllungen der letzten Tage. Ich meine - und das als Arminen Fan - der Verein ist de facto schon pleite und das Risiko einer Bürgschaft ist in der Situation in der die Stadt Bielefeld sich befindet NICHT mach- und vertretbar! Zumal die Verantwortlichen überhaupt kein Verantwortungsbewusstsein haben bzw. zeigen!

Jede Putzfrau hat mehr Charakter und Glaubwürdigkeit als das versprochene Wort der heutigen Politiker.
Was sind das alles nur für Heuchler und Stümper, mü´ten sie ihr Geld durch Leistung verdienen würden sie verhungern.
Bielefeld ohne Arminia wwäre der Gau für diese Stadt, seid über 100 Jahren gibt es diesen Verein und diese Leute überlegen noch immer ob sie eine Bürgschaft geben wollen, wenn es um die ERhöhung ihrer Diäten geht sind sie schneller in ihrer Meinungsfindung und sich alle einig.



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