Bielefeld. Die Entscheidung über eine städtische Finanzhilfe für den Fußball-Zweitligisten DSC Arminia droht zum Sprengstoff für die Bielefelder Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP zu werden. Vor allem die Liberalen sind sauer darüber, dass sie von der SPD nicht schon im Vorfeld kontaktiert wurden.
Auch inhaltlich wird es offenbar schwierig, die FDP und die Grünen dazu zu bringen, einer Bürgschaft in Höhe von sechs Millionen Euro zuzustimmen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir eine Bürgschaft in dieser Größenordnung durchwinken", sagte FDP-Kreischef Thomas Seidenberg gestern im NW-Gespräch. Die SPD sieht er dagegen schon auf dem Weg der Zustimmung. "Da gibt es doch bereits Absprachen mit SPD-Oberbürgermeister Pit Clausen und dem designierten Arminia-Präsidenten und SPD-Mann Wolfgang Brinkmann", sagte Seidenberg. Der FDP-Chef erinnerte daran, dass die Ampel-Koalition vereinbart habe, alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam zu tragen.
Für die Grünen unterstrich deren Fraktionssprecherin Dr. Inge Schulze, dass die Entscheidung über die Finanzhilfe für Arminia allein schon wegen ihrer Haushaltswirksamkeit "auf keinen Fall außerhalb der Ampel-Koalition getroffen werden" könne. Ein Beschluss beispielsweise von CDU und SPD gegen Grüne und FDP wäre das Ende der Ampel, so Schulze. Und: die Grünen könnten – wenn überhaupt – einer Finanzhilfe nur zustimmen, wenn erwiesen sei, dass der Schaden für die Stadt bei einer Ablehnung größer sei.
Marianne Weiß, Kreisgeschäftsführerin der Grünen, wies darauf hin, dass die grüne Basis einer Finanzhilfe für den DSC ganz überwiegend ablehnend gegenüberstehe. "Wenn unsere Fraktion dem zustimmt, bekommen wir ein großes Problem", so Weiß.
- Kreisverband und Ratsfraktion der Linken haben gestern einer Finanzhilfe der Stadt für Arminia eine Absage erteilt. Die Linke sieht eher die Wirtschaft jetzt in der Bringschuld.





















