Bielefeld. Die mögliche Rettung des von der Insolvenz bedrohten Fußball-Zweitligisten DSC Arminia Bielefeld wird immer mehr zu einem Wettlauf mit der Zeit. Der Rat der Stadt Bielefeld genehmigte dem Klub 500.000 Euro Kredit. Ursprünglich war von 4,85 Millionen Euro die Rede. Jetzt ruht die letzte Hoffnung des Vereins auf der Wirtschaft.
Die signalisierte in Person des Textilunternehmers Gerhard Weber, dass es noch einen Ausweg aus der bedrohlichen Krise geben könnte. "Arminia ist noch nicht tot", sagte Weber der Neuen Westfälischen. "Wir sind jetzt alle noch mal gefordert." Das Geld, das noch fehle, "muss halt kommen". Über den Betrag, mit dem sich die Stadt Bielefeld nun zugunsten des Vereines engagiere, könne er zwar nur lachen. Aber: Mit dem Ratsbeschluss sei eine neue Situation entstanden, die man neu bewerten müsse.
Thomas Lauritzen, Sprecher des Arminia-Sponsors Schüco, nannte das Ergebnis der Ratssitzung "unfassbar. Wir sind sehr enttäuscht." Er sehe aber nicht, dass die OWL-Wirtschaft den Betrag von drei Millionen Euro, mit dem sie den DSC unterstützen wolle, aufstocken werde. Gleichwohl sei auch Schüco "entschlossen, bis zum 2. Juni zu kämpfen". Bis kommenden Mittwoch, 15.30 Uhr, muss der Zweitligist die Auflagen für seine Lizenz bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erfüllen.
Die Oetker-Gruppe will nicht für Arminia in die Finanzbresche springen. "Wir bleiben aber bei unserer Zusage, uns in der Jugendförderung zu engagieren", so Firmensprecher Jörg Schillinger. Wolfgang Brinkmann, stellvertretender Aufsichtsratschef bei Arminia und designierter Vereinspräsident, zeigte sich enttäuscht über den Beschluss. "Symbole reichen nicht, um Arminia zu retten." Schatzmeister Andreas Mamerow reagierte zurückhaltend: "Gestern hatte ich nichts, heute haben wir 500.000 Euro, das ist mehr als nichts."
Detmold erschüttert über Dilettantismus der Vereinsführung
Die Kommunalaufsicht in Detmold hätte auch einen Kredit in der beantragten Höhe genehmigt. Dafür wäre man bereit gewesen, einen Weg "hart am Rande der rechtlichen Möglichkeiten" zu gehen. Allerdings lagen auch am Freitag die für eine Entscheidung notwendigen Unterlagen nicht vor. Benötigt und seit langem angefordert waren eine verbindliche Erklärung der Wirtschaft und eine verlässliche Erklärung der Banken. Man sei "erschüttert über den Dilettantismus der Vereinsführung".
Kurz vor der Ratssitzung hatte das Land NRW auf Forderungen in Höhe von zwei Millionen Euro verzichtet. Die SPD-Ratsfraktion wollte dann den städtischen Rettungsanteil auf 1,85 Millionen Euro reduzieren, um die Wirtschaft noch mal einzubinden. Doch eine Mehrheit stimmte für den Betrag von 500.000 Euro. CDU, Linke und Bürgernähe beschlossen eine Klausel, dass ab sofort eine Unvereinbarkeit von Funktionen bei Arminia und städtischen Tochterfirmen gelten soll. Das würde bedeuten, dass Stadtwerke-Geschäftsführer Brinkmann nur DSC-Präsident werden kann, wenn er zuvor den Stadtwerke-Posten aufgibt.