Bielefeld. Da ist Gewalt im Spiel, da sterben Menschen, da knistert die Erotik – dagegen ist jeder Western ein Kindergeburtstag. Die "Bielefeldverschwörung" ist ein waschechtes Blockbusterchen mit Kultpotential geworden.
Weltuntergangsszenarien wechseln mit wilden Verfolgungsjagden an Bielefelds bekanntesten Plätzen. Zahllose Leichen pflastern den Weg der Bösewichte. Es gibt Sex und was zu lachen. Das sind die Zutaten, aus denen großes Kino gemacht wird. Das Beste: Der ganze Spaß hat schlappe 60.000 Euro gekostet.
Gewiss ist das Gros der Darsteller nicht vom Fach. Doch der Film funktioniert, weil Profi-Akteure das Heer aus schauspielerischen Laien von der Bielefelder Universität ergänzen. Der Handlungsstrang trägt flüssig und schlüssig – und der Bielefelder Zuschauer wird angesichts der Bilder aus der Heimat immer wieder entzückt aufheulen: "Ooh, schau mal, der Jahnplatz", "Neiin. Das ist doch der Alte Markt", "Ist das nicht Karl, der Stolander-Wirt"? Die eigene Stadt auf Kinoleinwand anschauen, da muss es dem heimatverbundenen Bielefelder einfach die Gänsehaut über den Leib jagen. Die Macher des Films haben es geschafft: Ihr Werk hat Kultpotential – und es erstickt die krude Theorie über Bielefelds Nicht-Existenz im Keim. Und doch waren Produzent und Kameramann Alexander "Hänschen" Böke und Drehbuchautor Thomas Walden vor der Pressevorführung gestern reichlich aufgeregt.
Blessuren für die Darsteller
"Ich habe den Film jetzt 30 Mal gesehen, ich kann ihn einfach nicht mehr beurteilen", sagt Böke. Allerdings habe er bereits positive Rückmeldungen bekommen, sagt Thomas Walden, der auch den Roman zum Film geschrieben hat. Auch die drei Hauptdarsteller nahmen gestern im Kinosessel Platz. Der Dreh habe einen Riesenspaß gemacht, sagen die Bielefelder Studenten Moritz Sundermann (Hardy Hart), Markus Drees (Lukas Gugell) und Felix Rinke (Jan Flamingo). "Und es ist wahnsinnig schade, dass es vorbei ist." Und dass, obwohl die Darsteller nicht ohne Blessuren davongekommen sind. Kann sich ja nicht jeder Stuntmen leisten, die bei kniffligen Szenen einspringen.
Und so geht die Geschichte: Die Menschen glauben, dass es Bielefeld nicht gibt. Doch Bielefeld wird kontrolliert. Die düsteren Gestalten der Stadtwerke...pardon, des "Städtischen Interessenverbands Energie und Kommunikation" lenken mit dieser Lüge von ihren Verbrechen ab. Sie planen eine Superwaffe, die jede biochemische Struktur zu Staub zerfallen lässt. Es fehlt nur noch ein Gegenstand, der die Waffe komplett macht: ein Artefakt aus der versunkenen Stadt Atlantis. Doch die Guten sind den fiesen Machenschaften auf der Spur und die wilde Jagd führt die Protagonisten durch Bielefeld und sogar bis nach Griechenland.
Die "Bielefeldverschwörung" läuft vorerst im Bielefelder Cinemaxx, Donnerstag, 3. Juni, 17 und 20 Uhr, Freitag, 4. Juni, 20 und 23 Uhr, Samstag und Sonntag, 5. und 6. Juni, 17 und 20 Uhr, Montag und Dienstag, 7. und 8. Juni, 20 und 23 Uhr. Roman und Comic zum Film sind in allen Geschäftsstellen der Neuen Westfälischen zu bekommen (je 10,95 Euro).
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