Bielefeld. Ganz wunderbar, prima, schön und äußerst positiv – so beginnen die Antworten der Fraktionsvorsitzenden des Bielefelder Rats auf die Frage, wie die Erteilung der Zweitliga-Lizenz der Deutschen Fußball Liga (DFL) an Arminia Bielefeld zu bewerten sei. Trotzdem scheint die Zeit der hitzigen Debatten noch nicht vorbei – in die weiteren Ausführungen mischen sich auch mahnende und kritische Untertöne.
Rainer Lux (CDU) hat es nach eigener Aussage schon immer gewusst: "Es war meine feste Überzeugung, dass die Insolvenz verhindert werden kann, auch ohne städtische Hilfe." Vor dem Hintergrund der finalen Entwicklungen – ein Mix aus Schulden-Stundungen des Landes und Darlehen der regionalen Wirtschaft brachte Arminia die benötigten Millionen – poltert er: "Das sollte denjenigen zu denken geben, die vorschnell Geld der Stadt in Aussicht gestellt haben."
Diese Aussage lässt Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) unkommentiert, verweist aber darauf, dass "die eigentliche Sanierung" erst noch bevorstehe. "Ich wäre nicht überrascht, wenn sich Arminia in diesem Zusammenhang auch wieder an die Stadt als einen ihrer größten Gläubiger wenden würde." Auch wenn eine Beteiligung an der Stadiongesellschaft noch nicht vom Tisch sei, sagt er: "Ich bin erst einmal erleichtert."
Auch Harald Buschmann (FDP) will sich nicht an einer rückwirkenden Diskussion beteiligen. "Bielefeld braucht diesen Fußball dringend. Gut, dass uns diese Chance gegeben wird."
Ebenso glücklich ist Barbara Schmidt (Linke). "Es gibt doch niemanden, der will, dass Arminia die Lizenz verliert", sagt sie, betont aber, dass die Aufregung der vergangenen Wochen unnötig entstanden sei. "Man hätte sich diese falsche Konfrontation vielleicht sparen können, wenn Arminias Forderungen anders formuliert worden wären."Die finanzielle Zukunft des Vereins ist ihrer Ansicht nach noch lange nicht gesichert. "Das ist jetzt nur ein Atemholen", sagt sie. "Künftig muss alles besser organisiert werden, sonst haben wir in einem Jahr wieder das gleiche Problem."
Johannes Delius (BfB) will für die Zukunft die Daumen drücken, schließlich seien die kommenden Aufgaben Arminias "gewaltig". Außerdem appelliert er an die Fans, die ihren Vereins in den Krisen-Wochen so gut unterstützt hätten, künftig "in Scharen ins Stadion zu gehen". Dem Rat gibt er ein Kompliment. "Er hat absolut richtig entschieden", sagt er, "auch wenn hinterher viel geschimpft wurde."
Martin Schmelz (Bürgernähe) äußert neben seiner Freude einen Wunsch, wie die von der Stadt unter Auflagen bewilligten 500.000 Euro investiert werden könnten, die nach Aussage des designierten Arminia-Präsidenten Wolfgang Brinkmann von dem Zweitligisten nun doch nicht benötigt werden. "Die sollten in den Breitensport fließen. Schließlich braucht Arminia preiswerten Nachwuchs."





















