Bielefeld-Quelle. Der Samstagnacht in seinem Garten an der Wilfriedstraße in Bielefeld ermordete Klaus B. (60) hatte keine Chance. Bei der gestern vorgenommenen Obduktion seiner Leiche fanden die Gerichtsmediziner mehr als 20 tiefe Messerstiche in Kopf, Hals, Brust und Bauch. "Er ist innerlich verblutet", so Staatsanwalt Klaus Metzler. Das Opfer habe verzweifelt um sein Leben gekämpft. Metzler: "An den Händen und Armen wurden zahlreiche Abwehrverletzungen festgestellt".
Der unmittelbar nach der Bluttat von Zeugen überwältigte Tatverdächtige Kenroy-Alexander Ch. (56) verweigert bislang die Aussage. Dennoch ist es Kripo und Staatsanwaltschaft durch die Befragung von Zeugen und Angehörigen sowie durch die Auswertung von Spuren gelungen, Tatmotiv und Tathergang zu ermitteln: Der von der karibischen Insel St. Vincent stammende Tatverdächtige war mehrere Jahre eng mit einer 38-jährigen Nachbarin des Opfers befreundet. Nachdem diese Beziehung in die Brüche gegangen war, habe Ch. vermutet, dass seine Ex-Freundin ein Verhältnis mit dem 60-jährigen Klaus B. hatte. Diese nach den bisherigen Erkenntnissen der Kripo unbegründete Annahme weckte in dem 56-Jährigen offenbar eine krankhafte Eifersucht.
Nachbarn berichten, dass er in den vergangenen Monaten regelmäßig um das Haus seines späteren Opfers geschlichen sei. Auch am Samstagabend schlich er zu dem nicht einmal 100 Meter von seiner Wohnung entfernten Haus. Auch diesmal beobachtete ihn eine Nachbarin. "Er hatte sich vermummt und trug Handschuhe", gab sie bei der Polizei zu Protokoll. Nicht einmal eine Minute später hörte sie Klaus B.’s verzweifelte Hilfeschreie.
Der mutmaßliche Mörder, Kenroy-Alexander Ch. gehörte 2003 und 2004 für zwei Saisons den für ihre fantasievollen Inszenierungen bekannten Organisatoren des Carnivals der Kulturen, Shademakers, an. "Wegen Rückenproblemen musste er aufhören", berichtet der künstlerische Leiter der Shademakers, Paul Mc Laren und sagt: "Kenroy ist ein höflicher Mann. Was da passiert ist, ist sehr tragisch."
Ch. wurde am Sonntagnachmittag in die Justizvollzugsanstalt Bielefeld I an der Umlostraße gebracht. Dort sitzt er mit einem weiteren Gefangenen in einer Gemeinschaftszelle. "Er gilt als suizidgefährdet", so Anstaltsleiter Robert Dammann, da ist es besser, wenn er nicht alleine untergebracht ist". Sorgen, dass andere Gefangene ihm etwas antun könnten, hat Dammann nicht: "Sein Delikt gilt bei unserer Klientel nicht als ehrenrührig".
Gemeinschaft an einen deutschen Pass?
Ein Jahr wurde Klaus B. von diesem (...) bedroht,
nichts geschah... Ich bin sehr traurig über den Tod
meines Geschäftspartners!