Bielefeld. Artig hatten die Jungs und Mädels der Umweltorganisation "Robin Wood" am Freitagvormittag im Turmhäuschen der Sparrenburg 1,50 Euro Eintritt bezahlt. "Und auf einmal hängen die an der Wand. Wir dachten, wir sehen nicht richtig", sagt Kassierer Andreas Kamm. 10 Aktivisten demonstrierten mit der Hängepartie am Turm gegen die Beteiligung der Stadtwerke an dem Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen und für eine regionale und regenerative Energieversorgung.
Zunächst waren sie auf den Turm geklettert, um sich anschließend mit einem 50 Quadratmeter großen Banner an der Mauer abzuseilen. "Bielefeld steigt aus – Stadtwerke raus aus Grohnde", so die Botschaft der Atomkraftgegner. Mit 16,7 Prozent sind die Stadtwerke an dem Kernkraftwerk beteiligt. "Das ist nicht vertretbar", sagt Oliver Bäsener von Robin Wood.
"Für den Müll gibt es kein sicheres Lager und die Nachrichten aus Gorleben und den einsturzgefährdeten Schachtanlagen Asse und Morsleben bestätigen, dass das Projekt Endlagerung gescheitert ist." Über 200 meldepflichtige Ereignisse im AKW Grohnde seit 1985 zeigten, dass der Betrieb auch dieses Atomkraftwerks zu riskant ist. "Wir bewegen uns in einem komplizierten Dreiklang", sagt Stadtwerke-Sprecherin Birgit Jahnke. "Wir müssen die Kunden zuverlässig versorgen, zu einem vernünftigen Preis und so umweltfreundlich, wie es geht." Verzichte man auf den Atomstrom (53 Prozent), seien weder die Versorgung noch der Preis sicher. "Und wenn wir die Anteile verkaufen, übernimmt sie jemand anderes." Zudem sei das AKW Grohnde eines der sichersten weltweit.
Die Stadtwerke hätten seit 2008 rund 30 Millionen Euro in regenerative Energien investiert. "Und damit sind wir noch lange nicht am Ende."