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29.06.2010
BIELEFELD
Drei Bielefelder wollten Frau nach Syrien verschleppen
Anklage wegen Verabredung zum Mord
VON HUBERTUS GÄRTNER

Bielefeld. Dieses Verbrechen macht deutsche Strafverfolger fassungslos: Drei Männer aus Bielefeld wollten die Ehefrau (18) eines Verwandten offenbar nach Syrien entführen, um sie dort zu töten. Das Opfer hatte in ihren Augen die Ehre der Familie verletzt. Die mutmaßlichen Täter sind jetzt angeklagt. Ihnen wird unter anderem Freiheitsberaubung und Verabredung zu einem Mord zur Last gelegt.

Ibrahim al B. und Beriwan B. hatten sich im Jahr 2007 in der syrischen Stadt Derbassia kennengelernt. Ibrahim verliebte sich - in der Folgezeit hielt er zweimal bei den Eltern des Mädchens um Beriwans Hand an. Doch dort wurde Ibrahim abgewiesen. Daraufhin ging das junge Paar zu einem Scheich, um heimlich zu heiraten. Nach der Zeremonie hatten Ibrahim und Beriwan mehrfach Geschlechtsverkehr. Erst im Sommer 2008 stimmten schließlich die Eltern von Beriwan einer offiziellen Hochzeit zu. Es kam zu einer auch in Syrien eigentlich erforderlichen zivilrechtlichen Eheschließung, die anschließend groß gefeiert wurde.

Doch Ibrahim und Beriwan hatten Angst, ihre Familien könnten von der Vorgeschichte erfahren. Sie besorgten sich ein Visum für Frankreich und reisten von dort im August 2009 zusammen mit ihrem nur wenige Wochen alten Sohn Basrawy nach Deutschland, wo ihnen eine Wohnung in der Ortschaft Riesenbeck (Kreis Steinfurt) zugewiesen wurde.

Wenige Monate später hatten die Eltern des Ehepaares offensichtlich Informationen über den vorehelichen Geschlechtsverkehr erhalten. Es kam zu verbalen Attacken am Telefon. Beriwans eigene Eltern sollen ihrer Tochter gedroht haben, sie umzubringen. Auch ihre Schwiegereltern waren nun der Überzeugung, dass Beriwan "nicht sauber" sei, weil sie nicht als Jungfrau in die Ehe gegangen war.

 Zudem wurde das Gerücht gestreut, dass Beriwan ein Verhältnis mit einem Cousin ihres Ehemannes unterhalte, was augenscheinlich nur dazu dienen sollte, die junge Frau noch weiter zu diskreditieren.

Ereignisse nehmen an Dramatik zu

In der Folgezeit nahmen die Ereignisse an Dramatik zu. Anfang Februar suchten drei in Deutschland lebende Verwandte von Ibrahim al B. das Ehepaar in Riesenbeck auf. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurde Ibrahim B. unter Drohungen angewiesen, seine Ehefrau unverzüglich nach Syrien zurückzuschicken, "den Rest" werde man dort erledigen. Am 15. März soll Ibrahim al B. dann von einem der Täter am Telefon aufgefordert worden sein, seine eigene Frau zu töten - was der Ehemann aber ablehnte.

Am 15. März erschienen die drei mutmaßlichen Täter Zekeria H. (39), Mohamed al B. (39) und Abdulhalim A. (31) dann kurz vor Mitternacht erneut in Riesenbeck. Nach einem kurzen Klingeln drangen sie in die Wohnung ein. Laut Anklage wurde Ibrahim al B. ein Messer an den Hals gesetzt. Die Ehefrau Beriwan, die ihren acht Monate alten Sohn auf dem Arm hielt, wurde in ein Auto verfrachtet und nach Bielefeld in die Wohnung eines Täters gefahren. Ihrem Ehemann gelang es im letzten Moment zu fliehen und einen Nachbarn zu informieren. Dieser alarmierte die Polizei, die Beriwan einige Stunden später in Bielefeld befreien konnte.

Während die drei mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft sitzen und schweigen, leben Ibrahim al B. und seine Ehefrau B. in ständiger Furcht. Über die Motive in diesem Fall lasse sich viel spekulieren, sagt der Münsteraner Staatsanwalt Stefan Lechtape. Vielleicht sollte Beriwan in Syrien getötet werden, weil dort auf einen Mord im Namen der Ehre eine wesentlich geringere Strafe als in Deutschland steht. Einer der Verteidiger, Detlev Binder, spricht von einer " Familienfehde". Vieles müsse noch vor Gericht geklärt werden.


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Kommentare
Solche Storys liest man doch in der BILD täglich. Täter sind nicht immer Ausländer sondern oft auch Deutsche!! Für die Populisten ist das ein gefundenes Fressen um weiter gegen Migranten aufzuheitzen.
Das problem was hier "Rassistisch" und ohne ausführliche information dargestellt ist, dient nur zur stimmungsmache gegen Ausländer, die Bielfelder Polizie ist ja bekannt für hartes vorgehen gegen "Schwarzköpfe" wers nciht glaubt soll sich als einen verkleiden und selbst am eigenen Leib erleben!
(...)

@Hans-Joachim: nein, Nazi nicht, aber sicherlich haben Sie ein Problem mit Migranten und versuchen nicht einmal sich auszutauschen und die Hand anderen Kulturen zu reichen...lieber abschotten...das Verhalten ist sorry...latent ausländerfeindlich und intollerant ! Haben Sie denn auch nix aus der Geschichte gelernt ?

bei Clothard merkt man deutlich die behutsame und garnicht dumme art mit bürgerlicher beschwichtigender sprache rechtsextremes gedankengut zu streuen. inhaltlich ist das pamphlet was diese parteien dann wahlprogramm nennen kaum zu unterbieten, genau wie deren wahlplakate immernoch ganze minderheiten diskreditieren.
was im letzen jahr bei naziaufmärschen in köln und sogar in desden passiert ist, nämlich offene verachtung für menschen die demokratie- und menschenfeindlich sind und ablehnung dieser grupierungen ("kein kölsch für nazis"), zeigt, dass diese gesellschaft nicht bereit ist menschen die dieses gedankengut verbreiten und propagieren raum enden dafür zu lassen. an diesen tagen war ich wirklich sehr stolz auf unser land und seine bewohner. mit linksautonomie hatte das übrigens auch nichts zutun die vielen zehntausende, die in köln gegen die letztendlich 80 nazis standen, zeigt was die mehrheit denkt.
lieber Clothard vergessen sie nicht, dass immernoch mehr als 80% der gewaltstraftaten in deutschland von der rechtsextremen szene ausgehen, einer szene der pro nrw entstammt, die allerdings mitlerweile versucht sich ein bürgerliches image zu geben.

(...)

Guten Morgen
Kann dem Clothard nur Recht geben...in allen Punkten.
Hier geht es doch auch überhaubt nicht um diesen was weiß ich 1000ten oder wievieltem Ehrenmord in Deutschland, sondern um die Gesammte Situation. Bin mir sicher ,das es sehr wohl schon Studien über die Entwicklung in Deutschland in den nächsten 50 Jahren gibt. Denke aber , das anhand der beängstigenden Ergebnisse dieser Studien alle verantwortlichen Politiker längst den Kopf in den Sand gesteckt haben. Is ja eh nix mehr zu retten und bevor man womöglich nur den Hauch von Migrantions Zweifel an ihnen entdeckt, wird halt Standart mäßig weiter gemacht , fette Gehälter kassiert und an den Ruhestand auf Mallorca gedacht. Wohnen ja eh alle in Villenviertel mit privatem Wachschutz, also was kratzt dem Politiker die Situation in Deutschland, an den öffentlichen Schulen , Strassen und Plätzen.Nach dem Motto nach uns die Sintflut.....Wie sind über 50 und freuen uns , wenn tatsächlich mal wieder ein Deutsches Ehepaar in unsere Siedlung zieht,was allerdings kaum noch passiert. Aber sind wir deshalb schon Nazis ? Denke mal nicht....

Es geht hier nicht um PRO NRW. Ich selbst habe genügend an denen auszusetzen u. es wäre mir lieber, dass ein paar Positionen von denen sich bei den Etablierten wiederfinden würden.
Es geht darum, dass man unliebsamen Leuten nicht gewaltsam ihr Recht auf eine Info-Veranstaltung nehmen kann.Wie wenig Diskussionsfähigkeit auch hier zu finden ist sieht man abfälligen Äusserungen wie "Geschwafel","Erguss" oder "rechter Pöbel".
Vielleicht sollte man mal lieber etwas Diskussionskultur beibringen.
Und es geht darum, dass Viele sich überhaupt keine Gedanken machen was hier in den nächsten 50 Jahren abläuft.
(...)
Wenn in Brennpunkten nichtmal die Polizei mehr ernst genommen wird ?
Ich habe dutzende v. Bekannten, die ohne ersichtlichen Grund von solchen Leuten, beleidigt, provoziert oder verprügelt wurden.
Mir selbst ist das auch passiert, ohne das ich dafür irgend einem integrierten Migranten jetzt pauschal eine Schuld zuweisen würde.
Den Bielefeldern sollte die letzte Messerattacke am Jahnplatz MC Donalds jedoch doch noch in Erinerung sein.So etwas passiert in Deutschland täglich im Dutzend. Manchmal nur mit blauen Flecken, manchmal mit Intensivstation, manchmal tödlich.
(...)



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