Bielefeld (jr). Gleich zweimal musste die Bielefelder Feuerwehr in der Nacht zu Mittwoch zu einem Wohnungsbrand in der Straße Auf dem Langen Kampe ausrücken. Während beim ersten Mal nur ein Kopfkissen brannte und die Flammen deshalb schnell gelöscht waren, stand die selbe Wohnung vier Stunden später plötzlich im Vollbrand. Der schlafende Bewohner wurde dabei schwer verletzt.
Die Rauchentwicklung durch das brennende Kissen im Wohnzimmer war schon beim ersten Feuer so stark, dass der schlafende Mann in der etwa 60 Quadratmeter großen Wohnung eine schwere Rauchvergiftung erlitt. Er musste nach notärztlicher Behandlung stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden. Erst bei Eintreffen der 35 Feuerwehrleute war er wach geworden, sei aber dem Rettungstrupp bereits entgegengekommen, als dieser erstmals den Brandort betrat, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Joachim Thies.
Die Löscharbeiten in der Wohnung im ersten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses gestalteten sich dann für die angerückten Wehrleute der Hauptwache sowie der Löschabteilungen Ost und Mitte als denkbar einfach. Laut Thies wurde im Wohnzimmer das entflammte Kissen abgelöscht und vor dem Haus auf den Rasen gelegt.
Keine Zweifel nach dem ersten Feuer
Feuerwehr, Hausverwaltung und Polizei hätten anschließend die betroffene Wohnung in Augenschein genommen und dabei zweifelsfrei festgestellt, dass keine Brandgefahr mehr herrschte, sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter.
Trotzdem stand die Wohnung vier Stunden später in Flammen. Während beim Kissen der Verdacht auf eine fallen gelassene Zigarette oder eine heiß gewordene Lampe noch nahe lag, stehen die Brandbekämpfer beim zweiten Feuer - dieser Einsatz war erst gegen 6 Uhr früh beendet - vor einem Rätsel.
Wurden Einsatzkräfte gezielt weggelockt?
Im direkten Anschluss an das erste Feuer hatte ein Unbekannter die Wehrleute mutwillig zu einem erfundenen Feuer an der Heeper Straße gelockt. Ob dieser Notruf-Missbrauch im Zusammenhang mit dem zweiten Feuer steht, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei ist eingeschaltet und untersucht im Laufe des Tages die Brandstelle. Die Wohnung ist nicht mehr bewohnbar.