Bielefeld. Dr. Thomas Kellein, seit 1996 Direktor der Kunsthalle Bielefeld, verlässt den Ort seines bisherigen Schaffens und die Stadt Bielefeld. Anfang 2011 übernimmt der 55-jährige Kunsthistoriker die Leitung der von Donald Judd ins Leben gerufenen Chinati Foundation in Texas.
"Er hat für ein internationales Niveau gesorgt in einer Stadt, in der man es nicht unbedingt erwartet", sagte Kunsthallen-Sprecherin Christiane Heuwinkel. An der Chinati Foundation folgt Kellein auf Marianne Stockebrand, die das Museum im Südwesten von Texas seit 1994 geleitet hatte.
Die Chinati Foundation präsentiert neben Werkgruppen Donald Judds eine Reihe künstlerischer Installationen von Carl Andre, Ingólfur Arnarsson, John Chamberlain, Dan Flavin, Roni Horn, Ilya Kabakov, Richard Long, Claes Oldenburg and Coosje van Bruggen, David Rabinowitch und John Wesley, teilt Kellein mit.
International beachtete Ausstellung
Diese Künstler wurden von Judd eingeladen, auf dem Gelände des ehemaligen Fort Russell ihre eigenen Werke dauerhaft zu zeigen. Kellein hatte als Direktor der Bielefelder Kunsthalle 2002 eine international beachtete Ausstellung von frühen Werken des 1994 gestorbenen Minimalisten Judd präsentiert. Außerdem war Kellein 1997 der Initiator des Kulturprojekts "Garten-Landschaft Ostwestfalen-Lippe".
Kellein wird seine Tätigkeit 2011 mit dem zweiten Teil der Sammlung Bischofberger ("The 80s Revisited") und einer Gesamtausstellung der hauseigenen Sammlung beenden, die erst in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn, danach in Bielefeld gezeigt wird.
Kellein hatte seine Laufbahn an der Staatsgalerie in Stuttgart begonnen. Bevor er 1996 nach Bielefeld kam, war er Leiter der Kunsthalle in Basel. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar.