Bielefeld. Der Gemeindebund aus Zababdeh, Qabadiya und Raba im palästinensischen Bezirk Djenin soll Partner der Stadt Bielefeld werden. Abgesichert werden soll die Partnerschaft durch eine Zusammenarbeit mit der Bezirksverwaltung in Djenin unter Leitung des gemäßigten Palästinensers Khadoura Mousa. Diesen Vorschlag hat am Mittwochabend die Bielefelder Nahostinitiative in der Partnerschaftskommission des Stadtrates unterbreitet.
Eine vierköpfige Delegation der Nahostinitiative war im unter palästinensischer Selbstverwaltung stehenden Teil des Westjordanlandes unterwegs, um die Lage für eine Städtepartnerschaft zwischen Bielefeld und einer Stadt oder einem Bezirk in Palästina zu sondieren.
Die Delegation unter Leitung von Johannes Kramer, Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld, schaute sich in Jericho und im Bezirk Djenin, der im Norden des Westjordanlandes liegt, nach geeigneten Partnern um. "Jericho hat bereits viele internationale Partner, und den Verantwortlichen dort kommt es vor allem auf finanzielle Unterstützung und Tourismus an", sagte Kramer gestern im NW-Gespräch. "Das ist nicht das, was wir suchen", begründete Kramer, warum Jericho letztlich als Partner nicht infrage komme.
Mit dem Gouverneur von Djenin und in den drei Orten Zababdeh – dort ist die Mehrheit der Bevölkerung christlich – Qabadiya und Raba sei man mit offene Armen empfangen worden. Den Verantwortlichen dort gehe es um einen echten Austausch mit Bielefeld. Im Ort Zebabdeh liege außerdem die Arabisch-amerikanische Universität (5.000 Studenten). Zwischen dieser palästinensischen Hochschule und der Universität sei ein intensiver Austausch denkbar, erste Kontake seien bereits geknüpft, berichtete Kramer.
Als nächster Schritt sei sinnvoll, dass sich eine kleine Delegation der Stadt auf den Weg nach Palästina mache, um ein Zeichen zu setzen, so Kramer. Die Ratsfraktionen wollen nun über das Thema beraten. Die Partnerschaftskommission kommt am 30. September wieder zusammen.



















