Bielefeld. Empörung ausgelöst hat die Berichterstattung der Neuen Westfälischen über die Karten-Absage der Stadt Bielefeld an den Zirkus Krone. 1.100 Eintrittskarten für Bedürftige hatte der Zirkus der Stadt schenken wollen. Die hatte der Oberbürgermeister aber abgelehnt. Die Begründung: Es sei kaum möglich, die Karten gerecht zu verteilen. Brigitte Biermann vom Sennestädter Verein "Von Hand zu Hand", der Bedürftige unterstützt, lässt der Empörung Taten folgen.
Unter der Federführung des Vereins "Von Hand zu Hand" übernehmen nun sechs Vereine und Institutionen die Verteilung der Eintrittskarten. Bereits Freitag trafen sich SPD-Ratsfrau Brigitte Biermann und Zirkussprecher Frank Keller kurzfristig zur Kartenübergabe in Bielefeld. Die Vorstellungen beginnen bereits am Dienstag. "Ich bin froh, dass wir eine Möglichkeit gefunden haben, die Karten nun doch unter die Leute zu bekommen", sagt er.
Um die Gerechtigkeitsfrage macht Brigitte Biermann sich keine Sorgen. "Und wenn wir das über Loseziehen regeln, irgendwie klappt das schon." An der Verteilung beteiligt sind die Bielefelder Heilsarmee, der Bielefelder Kinderfond, der Bielefelder Tisch, der Dornberger Lebensmittelkorb, der Brackweder Lebensmittelpunkt und der Verein "Von Hand zu Hand". "Die Beteiligten werden sich nun bemühen, die Karten zu verteilen", sagt Brigitte Biermann. "Sollte es an einer Stelle knapp werden, helfen wir einander aus, da wir alle vernetzt sind."
KOMMENTAR: Geht doch
Zirkus-Karten für Bedürftige
VON ALEXANDRA BUCK
Da hat die Stadt ihre ärmsten Bürger ziemlich abgewatscht. 1.100 Zirkuskarten wollte Krone Bielefeld schenken, damit sie an die Bedürftigen verteilt werden, die sich einen Zirkusbesuch schwerlich leisten können. Die Karten zu verteilen könne sich die Stadt ihrerseits nicht leisten, hieß es. Zu viel Arbeit. Probleme der gerechten Verteilung. Sogar das Stichwort Korruption fiel in dieser Debatte.
Und dann kommt ein kleiner Verein daher und bietet spontan seine Hilfe an. Ein Telefonat und eine zackige Kartenübergabe später ist die Sache geritzt. Das klingt irgendwie nicht nach einer unlösbaren Mammut-Aufgabe. Da darf die Frage erlaubt sein: Hättest Du das nicht selbst hinbekommen, Bielefeld?