Bielefeld. 40.000 Euro werden täglich in der Detmolder Straße verbuddelt. Zweieinhalb Jahre läuft der Umbau, belastet Anlieger und behindert Autofahrer. Jetzt läutete Baudezernent Gregor Moss die letzte von sechs Bauphasen ein. Ziel bleibt es, die Hauptverbindung zwischen Gericht und Sieker im April 2011 fertig zu haben. Moss: "Dann wird die Straße wieder aus dem Dornröschenschlaf erwachen."
Bauphase 6: Die Großbaustelle wandert auf die Südseite der Detmolder zwischen Niederwall und Teutoburger Straße. Der Verkehr wird stadtauswärts auf der Nordseite geführt. Stadteinwärts wird der Abschnitt gesperrt. Aus Gerichts-, August-Bebel- und Bielsteinstraße kann nur nach links in die Detmolder Straße eingebogen werden.
Die Stadtbahn fährt hier in beide Richtungen auf einem Gleis. Dafür gibt es einen neuen Fahrplan, so Volker Quest (MoBiel). Sämtliche Haltestellen bleiben in Betrieb. An Mittel- und August-Bebel-Straße werden zwei provisorische Überquerungen für Fußgänger eingerichtet. Die Grundstücke auf der Südseite sind von 17.30 bis 8 Uhr eingeschränkt erreichbar.
Bauphase 5: Der Abschnitt zwischen Teutoburger Straße und Prießallee ist bis auf Restarbeiten fertig. Wegen des schlechten Wetters im August verzögerte sich die Phase, so Bauleiter Adrian Williams. Deshalb bleibt die Nordseite noch bis Ende September Baustelle. Der Verkehr stadtauswärts wird auf die Südseite gelenkt. Stadteinwärts wird der Abschnitt erst Ende September freigegeben. Fertig ist auch der neue barrierefreie Hochbahnsteig Mozartstraße.
Wochend-Baustelle: Für den Wechsel in Bauphase 6 müssen Gleise und Weichen für die Stadtbahn umgebaut werden. Dies plant die Baufirma Strabag in den drei Nächten dieses Wochenendes. Dabei wird Großgerät im Einsatz sein, das Lärm erzeugt. Das Amt für Verkehr bittet die Anwohner um Verständnis für die Belästigungen.
Am Sonntag wird der Abschnitt Teutoburger Straße bis Prießallee von 8 bis 18 Uhr komplett gesperrt. Dann wird der Schallschutz-Kunststoff an den Schienen eingefügt. Der Verkehr wird umgeleitet. Die Stadtbahn muss dafür zwischen Prießallee und Sieker unterbrochen werden. Es fahren Ersatzbusse.
Anliegerbeschwerden: Der Baudezernent gab sich "selbstkritisch: Wir haben die Anwohner etwas vergessen und nicht mehr so tief informiert." Die Folge: Beschwerden häufen sich. Gerade auf den beiden letzten Abschnitten, an denen viele Menschen wohnen, gibt es mehr Probleme. Doch das Bauteam versuche, möglichst jedem zu helfen. So brachte es Gehbehinderte zum Taxi und ermöglichte vier Umzüge. Die Information werde jetzt wieder verstärkt, versprach Projektleiter Dirk Vahrson. Moss bedankte sich für "die Gleichmut", mit der die Anlieger die Baustelle ertragen: "Es ist deutlich ruhiger als erwartet."
Bei einigen Geschäftsleuten aber zu ruhig. "Einige mussten kapitulieren", räumte der Dezernent ein, "andere halten aber durch, auch wenn sie wie etwa die Tankstellen enorme Einbußen haben". Doch, wenn alles fertig und die Straße schön sei, werde es besser. Dann sei mit neuen Investitionen zu rechnen.
Der Zeitplan: Der lange, harte Winter hat die Arbeiten um ein Viertel Jahr verzögert. Moss: "Sonst wären wir bis Weihnachten durch gewesen." Vahrson zeigte sich "optimistisch", dass es mit dem jetzt kalkulierten Fertigstellungstermin 15. April klappt: "Wir haben etwas Puffer drin." Aber: "Es bleiben Unwägbarkeiten."
Die Kosten: Der Auftrag für die sechs Bauphasen liegt bei 28,5 Millionen Euro. 25,1 Millionen, 88 Prozent, seien bereits abgearbeitet, so Vahrson: "Jetzt kommen die letzten zwölf Prozent." Insgesamt sind für die Sanierung der Detmolder Straße inklusive aller Kanäle, Leitungen, Gleise, Anschlüsse und Lärmschutz Kosten von gut 40 Millionen Euro kalkuliert.
Die Ansprechpartner: Das Baubüro an der Ecke Detmolder/Teutoburger Straße ist montags bis donnerstags von 7 bis 17 Uhr, freitags bis 13 Uhr geöffnet. Ansprechpartner sind die Bauleiter Adrian Williams und Ulrich Meyer, Tel. 51 63 37, vom Amt für Verkehr sowie Andreas Buschkamp, Tel. 016 07 00 70 81, von der Firma Strabag.
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