Bielefeld. Mit 70 Sachen rast der Mountainbiker auf eine Rampe zu, springt etliche Meter weit, landet, donnert weiter den Hang hinunter. Szenen wie diese sind in Winterberg bekannt, dort gibt es eine der bundesweit beliebtesten Strecken. In Bielefeld gibt es auch einige, so an der Hünenburg im geschützten Teutoburger Wald. Sie ist, wie alle anderen wilden Strecken, verboten. Nun soll am Monte Scherbelino genannten Trümmerberg im Bielefelder Osten eine Strecke entstehen.
Dass Mountainbiker, die Naturschützern oft ein Dorn im Auge sind, nun über den Verein Naturfreunde eine Strecke planen, ist der Idee dienlich. "Wir haben fast 15 Mountainbiker bei uns – und als wir von einem anderen angesprochen wurden, fanden wir die Idee gut", sagt Gerd Weichynik, Vorsitzender der mit 550 Mitgliedern größten der vier Bielefelder Ortsgruppen der Naturfreunde. Der externe Sportler, der ihm von Plänen berichtete, in Windelsbleiche einen Berg extra für Mountainbiker aufschütten zu wollen, habe sich schnell davon überzeugen lassen, sich den Naturfreunden anzuschließen. Und auf einen vorhandenen Berg zu setzen. 25 Meter ist dieser hoch.
Damit hat sich Arnt Becker vom Umweltamt auseinandergesetzt, sein positives Fazit: "Es gibt einen soliden Veranstalter, eine verträgliche Trasse – und so können wir den Mountainbikern in Bielefeld ein Angebot machen." Becker: "Dann kann keiner, der illegal im Teutoburger Wald erwischt wird, mehr sagen, er könne seinen Sport ja sonst nirgendwo in Bielefeld ausüben."
Ebenfalls positiv gestimmt ist Stadtförster Herbert Linnemann: "So bekommen wir einige aus dem Teuto heraus, da sind leider schon abseits der Wege an mehreren Stellen illegale Strecken entstanden." Durchaus mit Geländeveränderungen, wie an der Hünenburg. Für ihn ist der Monte Scherbelino an der Brückenstraße eine gute Alternative, "ich arbeite am Genehmigungsverfahren".
Der Landschaftsbeirat hat sich bereits positiv geäußert, die Bezirksvertretung Mitte diskutiert das Thema am Donnerstag, 9. September.
Gerd Weichynik von den Naturfreunden hofft dort auf Zustimmung, "dann könnten wir das bis Ende des Jahres schaffen". Heißt: Die zwei bis drei verschiedenen Parcours auf der 250 Meter langen Strecke mit Rampen und Hindernissen ausrüsten, hier und dort Boden anfahren, Übungsleiter schulen, das Angebot planen. Es soll feste Zeiten geben, wer außerhalb dieser fährt, fährt in eigener Verantwortung.
Der Stadt entstehen keine Kosten, es soll einen Pachtvertrag über jeweils immer ein Jahr geben, aber ohne Pacht. Weichynik: "Wir halten den Berg auch sauber." Ein Zaun ist nicht geplant. Geparkt werden soll gegenüber vom Westfalenkolleg.