Bielefeld. Die börsennotierte Bielefelder Synaxon AG soll nach der geplanten Übernahme durch den Unternehmer Bruno Fortmeier ihren Sitz ins benachbarte Schloß Holte-Stukenbrock verlegen. Fortmeier und seine ARF Holding GmbH haben wie erwartet ein Übernahmeangebot für das Computerhandelsunternehmen vorgelegt, das vor allem durch die Franchisekette PC Spezialist bekannt ist. Demnach will Fortmeier jedem Aktionär 5 Euro pro Aktie bezahlen. Synaxons Börsenwert wird damit auf insgesamt 19,45 Millionen Euro taxiert. Bis zum 7. Oktober 2010 läuft die Annahmefrist.
Fortmeier (50), der im Vorfeld bereits 38,87 Prozent der 3,89 Millionen Synaxon-Aktien an der Börse eingesammelt hatte, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Seine Vorstellungen und Pläne sind aber der 43-seitigen Pflichtveröffentlichung auf der Internetseite der ARF Holding zu entnehmen.
Fortmeier, der bereits über so unterschiedliche Firmen wie Jofo Pneumatik (Schloß Holte-Stukenbrock) und Nieburg Küchen (Löhne) verfügt, will offenbar, dass Synaxon ein eigenständiges Unternehmen bleibt. Er erwarte auch, dass die drei Vorstände in ihren Positionen bleiben und die Unternehmensentwicklung weiterführen. Aber die Synaxon AG, die 2009 mit knapp 130 Mitarbeitern 14,5 Millionen Euro Umsatz erzielte, soll ihren Sitz verlegen und mit "wesentlichen Unternehmensteilen" nach Schloß Holte-Stukenbrock umziehen.
Falls ihm mindestens 95 Prozent der Aktien angeboten werden, will Fortmeier das gesamte Unternehmen kaufen: Für diesen Fall kündigt er einen sogenannten Squeeze Out und ein Abfindungsangebot für die restlichen Aktionäre an.
Synaxon-Vorstandschef Frank Roebers wollte sich gestern nicht näher zu dem Angebot äußern. Der Vorstand werde jetzt mit den Aufsichtsräten beraten, ob der Kaufpreis von 5 Euro angemessen sei und ob den Aktionären die Annahme des Angebots empfohlen werden könne. Innerhalb von 14 Tagen sei mit einer offiziellen Stellungsnahme zu rechnen.

















