Bielefeld. Der Mann ist Geschäftsführer der Stadtwerke und im Ehrenamt Präsident von Arminia Bielefeld. Wolfgang Brinkmann (65) ist früh auf den Beinen. "Seit 40 Jahre laufe ich jeden Morgen eine halbe Stunde. Das macht mir den Kopf frei." Für die Rettung des Vereins benötigt er diese Ausdauer. Im September wurde die Satzung verändert, um übersichtlichere Entscheidungswege zu schaffen. Nun soll auch der Vereinsbesitz neu geordnet werden. NW-Redakteur Arno Ley sprach mit Wolfgang Brinkmann.
Herr Brinkmann, am Donnerstag hat sich der Aufsichtsrat mit dem Vorschlag beschäftigt, die Schüco-Arena an die DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA zu übertragen, an die vereinseigene Firma für den Profi-Fußball. Was soll das bringen?WOLFGANG BRINKMANN: Zunächst würde so die Vereinsstruktur übersichtlicher gestaltet. Das Vereinsvermögen, sowohl die Fußballer wie auch das Stadion, wären dann in der KGaA zusammengefasst.
Der Verein hat dadurch aber doch keinen finanziellen Vorteil.BRINKMANN: Direkt nicht, mittelfristig möglicherweise schon. Die KGaA gehört allein dem Verein. Das ist also eindeutig auch Arminia. Um die laufende finanzielle Belastung des DSC zu verringern, haben wir zunächst die Personalkosten reduziert. Zentrales Problem ist jetzt die Stadionfinanzierung. Es hat erste Gespräche mit Banken gegeben. Ein Verein in der zweiten Fußball-Bundesliga kann Zinsen und Tilgungen für das Stadion, kann eine Rückzahlung auf zehn Jahre, wie bisher vereinbart, nicht auf Dauer tragen. Wir streben eine Lösung auf 20 Jahre sowie aktuelle und damit niedrigere Zinssätze an. Eine klarere Struktur des Vereinsvermögens ist da auch bei den Banken hilfreich.
Ist die Übertragung des Stadions denn schon beschlossen?BRINKMANN: Nein, ganz und gar nicht. Selbst ich bin mir noch nicht sicher, ob es so kommen wird. Da muss noch einiges geklärt werden. Ohne die Mitglieder geht letztlich sowieso nichts. Wir werden wohl im November zu einem Fan- und Mitgliederabend einladen, um den Plan konkret vorzustellen. Voraussichtlich im Dezember würde es dann eine Mitgliederversammlung geben, in der darüber abzustimmen wäre.
ich habe keine zeit für einen nebenjob.