Bielefeld. Die Universität Bielefeld war erneut bei der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern erfolgreich. Sie ist jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgefordert worden, für einen vor allem von Soziologen und Geschichtswissenschaftlern getragenen Exzellenzcluster bis September den Hauptantrag zu stellen. Damit steht die Uni kurz vor der zweiten Spitzenforschungs-Förderung mit Summen in Millionenhöhe.
Die Bielefelder Uni war bereits 2007 mit zwei Anträgen erfolgreich: einmal mit "Citec", der Roboterforschung, sowie einer Graduiertenschule für Soziologie und Geschichtswissenschaft. Die finale Entscheidung zum neuerlichen Exzellenzcluster mit dem Titel "Communicating comparisons. From the onset of modernity to world society" fällt im Juni 2012.
"Die Nachricht, die wir aus Bonn erhalten haben, freut und bestätigt uns. Sie zeigt ein weiteres Mal, wie forschungsstark unsere Universität in bestimmten Wissenschaftsfeldern ist", sagte Rektor Professor Gerhard Sagerer. Allerdings gibt es auch eine Enttäuschung seitens der Bielefelder Uni zu verarbeiten. Das eingereichte Zukunftskonzept, das bestehende Schwerpunkte vertiefen und neue schaffen will, hat die Gutachter nicht ausreichend überzeugt. Wäre dieser Antrag angenommen worden, wäre das vergleichbar mit dem Titel Exzellenz-Uni, wie er noch in der ersten Phase vergeben wurde, jetzt aber nicht mehr. "Wir werden uns davon aber nicht entmutigen lassen. Das Zukunftskonzept ist so ausgelegt, dass es auch ohne den Rückenwind der Exzellenzinitiative Leitlinie einer erfolgreichen weiteren Entwicklung der Universität Bielefeld sein wird", kündigt Sagerer an. Man wolle sich weiterhin den Anforderungen der Spitzenforschung einerseits und der Lehre mit großen Studierendenzahlen andererseits stellen.
Gegenüber der ersten Wettbewerbsphase wurden für die zweite Phase der Exzellenzinitiative flexiblere Fördersummen festgelegt. Exzellenzcluster sollen demnach mit Summen zwischen drei und acht Millionen Euro pro Jahr gefördert werden.
Der Exzellenzcluster von Soziologen und Geschichtswissenschaftlern untersucht den Wandel und die gesellschaftliche Bedeutung von Vergleichen, wie sie heute allgegenwärtig sind: im Sport mit Siegen, bei Staaten und ihren Menschenrechten, bei Unternehmen und ihrer Kreditwürdigkeit, bei Unis und ihren Drittmittelquoten.