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31.03.2011
Gründung der Stadiongesellschaft bei Arminia ungewiss
Streit und Frust beim Mitgliederabend des DSC
VON LOTHAR SCHMALEN

Engagiert | FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld. Auch nach dem Mitgliederabend am Mittwoch bleibt ungewiss, ob die Mitglieder am kommenden Dienstag der Gründung einer neuen Arminia-Stadiongesellschaft zustimmen oder nicht. Immer wieder schlugen den Arminia-Verantwortlichen kritische Einwände entgegen – und außerdem blieb manche Frage unbeantwortet.

Bekanntlich will die Vereinsspitze den Immobilienbesitz von Arminia (das hochverschuldete Stadion, das Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann-Straße und zwei Wohnhäuser an der Melanchthonstraße) in eine Arminia Bielefeld Arena GmbH & Co. KG ausgliedern.

Natürlich spielte der Wirbel um eine am Montagmorgen den Medien zugespielte interne Mail von Verwaltungsratsmitglied Olaf Köster mit Kritik an der Verpflichtung des neuen sportlichen Leiters Samir Arabi auch in der gestrigen Versammlung eine große Rolle. DSC-Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier sprach davon, dass "das, was am Montag passiert ist, höchst gefährlich für Arminia" sei. Die ganze vertrauensbildende Arbeit werde durch solche Vorfälle zerstört. "Ich erwarte, dass diejenigen, die das gemacht haben, die Konsequenzen ziehen", sagte Schnitzmeier.

"Ich beteilige mich nicht an einer Hexenjagd"

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Wie berichtet, hatten dann am Montagabend alle bei einer Sitzung anwesenden Gremiumsmitglieder eine eidesstattliche Versicherung unterschrieben, wonach sie die kritische E-Mail nicht weitergeleitet hätten, nur einer nicht, nämlich der Autor Olaf Köster selbst. Ihn verteidigte Verwaltungsratskollege Fred Straetmanns: "Auch ich werde die Versicherung nicht unterschreiben, weil ich mich nämlich an einer Hexenjagd nicht beteilige." Olaf Köster selbst sagte am Rande der Versammlung: "Ich habe die Mail definitiv nicht weitergeleitet. Punkt. Aus. Ende." Die katastrophale Wirkung, die das Hickhack um die Köster-Mail verursacht hatte, brachte Vize-Präsident Wilfried Lütkemeier auf den Punkt. "Wir machen doch noch außerdem den Eindruck, als wären wir der zerstrittenste Haufen in ganz Ostwestfalen."

Für Verärgerung bei vielen Anwesenden sorgte die Tatsache, dass sowohl Geschäftsführer Schnitzmeier als auch Vereinsschatzmeister Andreas Erdmann sich weigerten, den genauen Schuldenstand von Arminia zu nennen. "Wir stehen an der Spitze eines Unternehmens und haben aus Verantwortung dafür eine gewisse Geheimhaltungspflicht", versuchte Erdmann eine Erklärung, stieß damit aber auf wenig Verständnis bei den Mitgliedern. Beispielsweise bei Charly Schwede: "Wenn Ihr bis Dienstag nicht alle Zahlen nennt, dann gibt’s bei der Abstimmung eine Klatsche für Euch", sagte er unmissverständlich unter dem Beifall der meisten Anwesenden.

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Auf Unverständnis stieß bei vielen Mitgliedern auch, dass die Anteile an der 2004 ausgegebenen Stadionanleihe "Bau auf Blau" (2.000 Zeichner, insgesamt 2,9 Millionen Euro) nach der bisherigen Konstruktion nicht in Anteile an der Stadiongesellschaft umgewandelt werden können. Und die neue Anleihe – so sie denn zustande kommt – soll nicht von der Stadiongesellschaft, sondern vom Verein ausgegeben werden. Die alte Anleihe läuft im September aus. Eine der größten Schwierigkeiten des in immer argere Finanznot geratenden Vereins ist, dass er möglichst viele der Zeichner dazu bringen muss, von der alten in die neue Anleihe zu wechseln.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Ich will kein Arminia2011 ! Deswegen kann es nur heißen: AUFKLÄRUNG ! Gleichzeitig sollen und müssen meiner Meinung nach alle Arminia-Fans, -Mitglieder und Sponsoren alles notwendige in die Wege leiten, um zu vergindern, dass fast 107 Jahre Tradition den Bach runter gehen ! Einmal Arminia, immer Arminia !
10.000 Mitglieder werden diesen Verein doch wohl nicht verrecken lassen ! Wir sind nicht Düsseldorf und nicht 1860 München ! Wir stehen zu unserem Verein !

Sollte nicht noch ein Wunder geschehen, ist Arminia in wenigen Wochen mausetot und wird definitiv Insolvenz anmelden!

Die einzige Hoffnung ist, dass die verdächtigten Personen und Unternehmen der Untreue überführt werden, so dass der DSC einen warmen Geldregen aus einer entsprechenden Versicherung erhält. Die zweite Hoffnung ist die Refinanzierung des Stadionneubaus - es ist ohnehin ein betriebswirtschaftlicher Irrsinn gewesen, die Finanzierung nur auf 10 Jahre unter Erstligabedingungen aufzustellen, während jeder Häuslebauer mindestens 25 Jahre abstottert.

Ziehen die Banken und in Bezug auf eine (hoffentlich) zu gründende Stadiongesellschaft nicht mit, ist das Kapitel DSC Arminia erledigt und im Mai 2011 heißt es "Insolvenz"!!!!! Auch wenn gestern einige Fragen unbeantwortet geblieben sind, so scheint mir dem DSC das Wasser dermaßen bis zum Hals zu stehen, dass es ohne Stadiongesellschaft und Investoren nicht weitergeht und dass der Verein dann am Ende ist! Deshalb hat sich z. B. Hr. Schnitzmeier, der m. E. die ärmste Sau im Verein ist - er ist erst seit Mitte 2010 verantwortlich, hat einen Scherbenhaufen übernommen und versucht zu retten, was zu retten ist - nicht getraut, die volle Situation, wie es um die Vereinsfinanzen steht, geäußert. Damit hätte er eine zu große Panikstimmung verursacht und das Thema wäre verbrannt gewesen. Wie gesagt, er versucht zu retten, was zu retten ist.

Noch mal: ohne Refinanzierung der Stadionlast und ohne Investoren (Stadiongesellschaft) ist der DSC am Ende und wird im Mai 2011 Insolvenz anmelden.....!!!!!!!!!!!

Es sollte doch einmal Klartext geredet werden. Die Ausgliederung des Immobilienbesitzes (es soll ja nicht nur das Stadion, sondern auch der übrige Grundbesitz ausgegliedert werden) dient doch ausschließlich dem Zweck, die Darlehen der Banken und der Großsponsoren in Hinblick auf die unabwendbare Insolvenz der dann hoffnungslos überschuldeten KGaA bzw. des e.V. zu sichern.
So müssen bei der Ausgliederung die grundbuchlich gesicherten Bankdarlehen zwangsläufig mit übergehen, lt. Herrn Schnitzmeier werden die Darlehen der Sponsoren in Anteile der Stadiongesellschaft umgewandelt. Diesen Darlehen bzw. Anteilen steht dann der Wert des Immobilienbesitzes gegenüber und dürfte damit komfortabel abgesichert sein.
Auf der Strecke bleiben u.a. die Zeichner der Arminenanleihe. Entgegen der im damaligen Flyer suggerierten Verwendung für den Stadionbau (Bau auf Blau) konnte die Anleihe nach den Emissionsbedingungen für den laufenden Geschäftsbetrieb verwendet werden, was dann wohl auch geschehen ist. Eine Absicherung über den Immobilienbesitz kann daher nicht eingefordert werden; sie bleibt den Großsponsoren vorbehalten.
Es kann den Zeichnern nur angeraten werden -soweit noch nicht geschehen - zumindest die bisher angefallen Zinsen möglichst schnell einzulösen.
Aber Überraschung: Arminia hat die im BGB vorgesehene Verjährungsfrist für die Vorlegung der Zinsscheine in den Anleihebedingungen von fünf auf zwei Jahre verkürzt. Ist also eine Schmuckurkunde noch nicht angeschnitten, sind bereits zwei Zinszahlungen verjährt.

Unser Verein wurde von Selbstbedienern und Selbstdarstellern ausgeplündert. Als schon gar kein Geld mehr da war, wurde sogar noch schnell eine Bezahlung des damaligen Präsidenten beschlossen. Die Kosten allein dafür hat der damalige Aufsichtsrat Leopoldseder in dieser Zeitung mit 90.000 Euro pro Jahr beziffert. Jetzt dreht die Staatsanwaltschaft richtig auf und stellt womöglich die nicht ordnungsgemäße Ausschreibung dar. Kein Wunder, wenn dann die Baukosten explodieren... Und einer, der schon die ganze Zeit in verantwortlicher Position dabei war, sitzt noch immer alles aus..... Wartet mal auf Dienstag. Das könnte ein Desaster für ihn geben. NICHT WIR MITGLIEDER SIND SCHULD AM NIEDERGANG!!!

Heute hat die Staatsanwaltschaft die Büros von Stopfel und Langenscheidt durchsucht! (...)



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