Bielefeld. Missglückte Massen-Facebook-Partys in Wuppertal (mit Hooligan-Gewalt) und Hamburg (1.500 Gäste vor der Tür der 16-jährigen Thessa) sind ein großes Thema der vergangenen Woche. Jetzt haben sich auch mehr als 1.400 unbekannte Facebook-Nutzer zu einer ähnlichen Massenveranstaltung am 6. August im Bielefelder Bürgerpark verabredet: Es soll vermutlich Bielefelds erste Facebook-Party werden. Vermutlich wird sie gar nicht stattfinden.
Die beiden jungen Veranstalter haben die Party schlicht "Bielefelds Sommerparty" getauft und jedem Facebook-Mitglied die Teilnahme ermöglicht. Innerhalb weniger Tage schnellte unter Schlagworten wie "Wetttrinken", "Grillen" und "Spaß haben" die Zahl der Zusagen über 1.000. In den Kommentaren der Teilnehmer fielen aber auch Begriffe wie "Randale", "Suff" und "Eskalation". Deshalb verschwanden gestern die erwähnten Stichworte von der Online-Einladung. Dort ist nun zu lesen: "Es wird darauf hingewiesen, dass keine Randale erwünscht ist! Die Stadt Bielefeld wird frühzeitig informiert."
Ordnungsamt und Polizei haben aber bereits Wind von der Massen-Einladung in dem Internet-Netzwerk bekommen. Kommende Woche wollen sich Vertreter beider Behörden darüber abstimmen, bestätigten gestern Gisela Bockermann von der Stadt und Polizeisprecher Martin Schultz unisono.
Ordnungsamtsleiter Roland Staude will es aber erst gar nicht so weit kommen lassen: "Ich gehe heute schon davon aus, dass eine solche Party unter diesen Bedingungen nicht stattfindet." Das Risiko sei nicht kalkulierbar. Das hätten die Krawalle in Wuppertal und eine angekündigte Party in einem Aachener Park, die abgesagt werden musste, gezeigt. Dort hatten sich gewalttätige Ultras und eine rechtsextreme Gruppe angesagt. Die Polizei musste 500 dennoch erschienenen Partygäste wegschicken.
Staude betont deshalb, dass die Veranstalter mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, auch wenn sie die Sommerparty noch absagen. Bisher seien trotzdem Hunderte zu abgesagten Partys erschienen. Der Ordnungsamtsleiter wolle nun so schnell wie möglich mit den noch unbekannten Veranstaltern sprechen. "1.000 Menschen auf Rasen und Beeten verträgt der Bürgerpark einfach nicht."





















