Bielefeld. Um jeden potenziellen Zeichner für die Fan-Anleihe wollten sie kämpfen, hatte DSC-Pressechef Marcus Uhlig kürzlich verkündet. Während die Mannschaft am Samstag in Regensburg einen Punkt erkämpfte, bemühten sich die Mitarbeiter in der auch am Sonntag außerplanmäßig geöffneten Geschäftsstelle, Fans zum "Zukunft zeichnen" zu bewegen.
Der Name des Wertpapiers ist Programm, denn die Investitionen der Fans sollen den Verein vor der drohenden Insolvenz bewahren (wie berichtet). Noch bis zum morgigen Dienstag, 30. August, können Interessenten sich in der Geschäftsstelle beraten lassen und die Anleihe zeichnen. Das Formular ist auch auf der Internetseite des Clubs verfügbar.
"Wir haben natürlich keine langen Schlangen vor der Geschäftsstelle erwartet. Trotzdem wollten wir das Angebot machen", sagte Uhlig am Sonntag. Trotzdem benötige der Verein noch mehr solcher "echten Fans", die dem Verein helfen wollen. Uhlig: "Wir sind uns dabei bewusst, dass die Situation deutlich kritischer ist als vor fünf Jahren bei der ersten Anleihe." Darum erhalten Zeichner der neuen Anleihe je nach investiertem Betrag Prämien wie Karten für Arminia-Spiele, ein signiertes Trikot oder gar eine Dauerkarte.
Ehrenamtlich Sonderschichten
Die in den vergangenen zwei Jahren um die Hälfte geschrumpfte Belegschaft der Geschäftsstelle telefoniere derzeit "fast rund um die Uhr" (Uhlig) mit Zeichnern der "Bau auf Blau"-Anleihe, die im Mai zugesichert hatten, ihr Engagement mit der neuen Anleihe zu verlängern. Genauso wichtig seien aber auch Neu-Zeichner, um die sich Arminia in den verbleibenden Tagen bemühen will.
"Letztlich ist die Summe nicht entscheidend, die Masse der 100-Euro-Anleihen hilft genauso wie größere Beträge", sagte Stephanie Schlüter, Leiterin der Finanzbuchhaltung, die wie alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle am Wochenende ehrenamtlich Sonderschichten schob. Das Engagement aller Beteiligten, auch der Fans, sei überragend, sind sich Schlüter und Uhlig einig. Und: "Wir können allen Zeichnern gar nicht genug danken."
Viele ehemalige Zeichner hätten die Unterlagen für die neue Anleihe schon abgeholt, schätzt Uhlig den Erfolg der Telefonate hoch ein. Nicht alle Zusagen würden allerdings auch eingehalten, zum Teil aus kuriosen Gründen: "Ein Fan aus Bayern musste sich dem Wunsch seiner Frau beugen, die das Geld lieber in eine neue Küche investieren wollte", berichtete Uhlig. Aber: "Die Bereitschaft zur Hilfe ist riesig. Dann müssen sich eben noch mehr Fans hier vor Ort melden."