Mitte. Als Junges kam die Katze – nennen wir sie Miezi – auf das Grundstück an der Paul-Meyerkamp-Straße am Nordpark in Bielefeld. Abgemagert hockte Miezi im Müll und fraß, was übrig war. Jetzt ist Miezi eine Katzen-Oma von 18 Jahren. Blind, ein bißchen durcheinander, wie das so ist im Alter. Doch vor allem ist Miezi eins: wohlgenährt, dank einiger Bewohner des Grundstücks. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Die Mitteilung in den Briefkästen der Bewohner: "Unterlassen Sie sofort die Fütterung von Katzen". Der Absender: die Verwaltung der Wohnungsbaugenossenschaft Freie Scholle.
Hannelore Oltmann ist mit Miezi alt geworden. Kurz nachdem der Genossenschaftsbau am Nordpark fertiggestellt war, zogen Hannelore Oltmann und Ehemann Karl-Heinz ein. Das war vor fast 50 Jahren. Vor knapp 20 Jahren tauchte Miezi auf. "Es gab nie Probleme mit ihr", sagt Hannelore Oltmann. "Sie fing die Mäuse vom Grundstück, wir fütterten etwas zu." Nach fast 20 Jahren soll damit Schluss sein. "Doch gerade jetzt ist sie doch auf das Futter angewiesen", sagt Oltmann. Miezi ist fast blind und etwas tatterig, die Mäuse nehmen sie schon lange nicht mehr ernst. "Sollen wir sie verhungern lassen?"
Das Tierheim ist offenbar keine Alternative. Tierheimleiterin Barbara Snelting: "Ein so altes Tier, dass immer draußen gelebt hat, einzusperren, das wäre eine Katastrophe. Solche Tiere nehmen wir in der Regel nicht auf. Die Belastung wäre zu groß." Doch auch von den "Wildfütterungen" hält Snelting nicht viel. Füttern sei grundsätzlich ok, aber in Maßen. "Die Leute legen Futtermassen aus, die niemals aufgefressen werden, und durch die Reste wird natürlich allerlei Ungeziefer angelockt."
Ebendies ist die Sorge einiger Scholle-Bewohner auf dem Grundstück an der Paul-Meyerkamp-Straße. "Ich habe mehrere Beschwerden bekommen, die Gärten seien von Katzenkot verdreckt", sagt Elisabeth Temme, ehrenamtliche Sprecherin des Scholle-Bezirks rund um die Apfelstraße. Temme meldete die Beschwerden der Verwaltung der Baugenossenschaft. Und die reagierte prompt. Eine zweizeilige Kurznachricht landete in den Briefkästen von Hannelore Oltmann und ihrer Nachbarin Herma Benub. Die Katzenfütterung sei sofort einzustellen, steht dort.
Damit wollen sich beide nicht abfinden. "Wir lassen kein Futter draußen stehen, wir wollen hier schließlich, wie alle anderen auch, keine Ratten haben. Frau Oltmann hängt an dem Tier, das sie immerhin fast 20 Jahre lang pflegt. Sie ist furchtbar traurig", sagt Elisabeth Benup. Es sei nicht einzusehen, dass man eine alte Katze nach so vielen Jahren verhungern lassen soll. "Es wird doch möglich sein, dieses Tier seinen Lebensabend hier verbringen zu lassen."
Dazu Michael Seibt, Sprecher der Freien Scholle: "Es hat Beschwerden gegeben. Bewohner fürchten, dass durch Futterreste Ungeziefer angelockt wird, deshalb sind wir aktiv geworden." Dass die blinde Katze verhungert, wolle man mit den Mahnungen sicher nicht erreichen. "Ich schlage einen Gesprächstermin vor, an dem die an der Auseinandersetzung Beteiligten teilnehmen. Ich denke, wir werden eine Lösung finden, mit der alle einverstanden sind."
Auch wirklich traurig das sich Fr.Temme wegen so´ner Sache einschaltet.
Wie heißt der Leitspruch der Scholle...gerne wohnen in der Scholle???Von wegen...(...) wird neuerdings... wer füttert wann die Katze... und Ungeziefer entstehen von ganz alleine, wenn die FS sich nicht mal langsam um Ihr Haus in der Paul-Meyerkamp-Str. kümmert...denn (...) soll wohl schon genug da sein... und das ist die beste Vorrausetzung für weitere Ansiedelung für Kleinsttiere...