Bielefeld. Warum sind die so still? Daniel Schäfer will am vergangenen Donnerstag wie jeden Morgen seine Vogelschar in der Voliere füttern – doch die Tiere sind tot. Alle 20. Schäfer vermutet, dass jemand aus der Nachbarschaft dafür verantwortlich ist. Das Vogelsterben ist nur einer von etlichen merkwürdigen Vorfällen, die Schäfers Haustiere betreffen.
Doch von vorn: Am 11. Januar 2010 ziehen Daniel Schäfer (26) und Mike Unkel (25) mit ihren Katzen an die Hainteichstraße im Bielefelder Stadtteil Babenhausen. Anfang dieses Jahres findet Daniel Schäfer auf der Terrasse neben dem Kratzbaum für die Katzen ein Stück rohes Putenfleisch. "Ich habe es weggeworfen, mir nichts dabei gedacht."
Im März 2011 liegt die schwarze Saphira tot auf dem Bürgersteig. Schäfer findet am Kopf der Katze ein kleines Einschussloch, außerdem ist das Auge verletzt.
"Wir waren gerade eingezogen"
Schäfer und Unkel sind geschockt und traurig, dennoch gehen sie der Vermutung, jemand könne die Katze erschossen haben, nicht nach. "Wir waren gerade eingezogen und wollten nicht gleich Unruhe stiften", erklärt Mike Unkel.
Nach dem Tod der Finkenschar am vergangenen Donnerstag allerdings ist das Maß voll. Die beiden wollen Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Sie sind davon überzeugt, dass die Tiere keines natürlichen Todes gestorben sind. "Da hat offenbar jemand etwas gegen uns und lässt seinen Ärger an unseren Haustieren aus", vermutet Daniel Schäfer.
"Ein Loch in der Folie, die ich zum Schutz der Vögel vor der Kälte angebracht habe, deutet darauf hin, dass hier möglicherweise jemand Gas oder Chemikalien eingeleitet hat."
"Ich traue mich kaum, die Katzen rauszulassen"
Nun leben die beiden in ständiger Angst um ihre anderen Tiere. "Ich traue mich kaum, die Katzen rauszulassen." Auch um die Goldfische und kleinen Kois im Gartenteich hätten sie Angst. Nicht zu unterschätzen auch der finanzielle Schaden von etwa 1.000 Euro (Eine Gouldamadine kostet 50 bis 80 Euro).
Noch in der vergangenen Woche haben Unkel und Schäfer drei der toten Finken zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt OWL (CVUA) nach Detmold gebracht. Dort werden die Tiere akribisch untersucht. "Die 80 Euro pro Vogel sind es uns wert."
Mit Ergebnissen rechnet manfred Stolz vom CVUA Mitte kommender Woche. Ausschließen will er Fremdverschulden nicht. "Dass alle auf einmal tot sind, ist schon merkwürdig."
Zeugen gesucht
Wer am Mittwoch oder Donnerstag rund um das Grundstück Hainteichstraße 1 jemanden gesehen hat, der sich an der Voliere zu schaffen gemacht hat, kann sich bei Daniel Schäfer unter unter Tel. (05 21) 94 93 24 76 melden.