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25.11.2011
BIELEFELD
Bielefelds erstes Minarett
16-Meter-Bauwerk der Vatan-Moschee fast fertig / Unmut bei den Nachbarn
VON ANSGAR MÖNTER

Noch eingerüstet | FOTOS: SARAH JONEK

Bielefeld. Jahrelang wurde um den Bau gestritten - emotional, unerbittlich, gerichtlich. Das Minarett der Vatan-Moschee war - und ist - ein Aufreger. Nun ist es fast fertig. Der Ärger darüber ist aber nicht abgeklungen. Bei einem Teil der Nachbarschaft ist Unmut und Unbehagen geblieben. Und sogar die muslimischen Gemeindemitglieder sind nur mäßig zufrieden. Sie hätten sich eher eine anderen Turm gewünscht.

16,22 Meter hoch ist das Minarett, mit einem Durchmesser von 1,58 Meter. Für die Beführworter ist es Zeichen der Religiosität, für die Kritiker Symbol des islamischen Machtstrebens. Dem Minarett in Brackwede - das erste seiner Art in Bielefeld - fehlt jetzt nur noch die Spitze mit Halbmond obendrauf sowie die Treppe innendrin.

"Es fehlen zwei Meter"

Eigentlich wünschte sich der Moschee-Verein, Teil der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet, ein 19 Meter hohes Minarett. "Es fehlen zwei Meter", sagt dessen Sprecher Mehmet Sabanci. 2007 wurde der Bauantrag gestellt. Protest regte sich daraufhin. 1.600 Unterschriften wurden gesammelt gegen das Minarett; Diskussionen veranstaltet; Befriedungen versucht. Am Ende entschied das Bauamt: 16,22 Meter sind okay. Mehr nicht. Bald wird das Gerüst abgebaut.

Rund 50.000 Euro kostet das Minarett

"Offiziell werden wir das Minarett im Frühjahr eröffnen, wenn es heller und wärmer wird", sagt Sabanci. Das Bauamt werde eingeladen. Der Moschee-Sprecher will dann kritische Worte sagen. "Wir haben uns viel Mühe gegeben, waren in derTürkei und haben Minarette fotografiert. Aber so, wie wir wollten, durften wir es nicht gestalten", moniert er. Im Bauamt wird das dementiert. "Darauf haben wir keinen Einfluss genommen", sagt Abteilungsleiter Dieter Ellermann. Nur die Ausmaße seien festgelegt worden.

Rund 50.000 Euro kostet das Minarett. 300 Mitglieder hat die Gemeinde. Das Geld stammt aus Spenden, "manches haben wir uns geliehen", sagt Sabanci. Zuschüsse vom türkischen Staat habe es nicht gegeben.

Für die Kritiker in der Nachbarschaft ist das Minarett Grund für Frust und Sorge. "Wir sind enttäuscht von der Politik", sagt Carola Bönker, eine der Initiatoren der Unterschriftenaktion gegen den Bau. Sie und ihre Mitstreiter nennen ein ästhetisches und ein gesellschaftliches Argument. "Schon die Moschee im Zuckerbäckerstil passt hier nicht hin", sagt Bönker. Das Minarett erst recht nicht. "Und es gibt keinen Austausch, und die Integration wird dadurch überhaupt nicht gefördert."

200 Nachbarn per Brief eingeladen

Es fehle an Kommunikation und Vertrauen zwischen türkischen und deutschen Nachbarn. Das bestätigt Sabanci. "Wir haben 200 Nachbarn per Brief eingeladen. Gekommen sind nur vier oder fünf." Bönker erklärt das mangelnde Vertrauen mit der "Salamitaktik" der Moschee: "Beim Bau wurde versichert, dass nie ein Minarett gebaut wird. Jetzt steht es. Und wir sind sicher, dass irgendwann der Muezzin ruft." Dass das - genauso wie eine Lautsprecheranlage - laut Bauamt nicht zulässig ist, überzeugt die Kritiker nicht.

Kommentare
Mal sehen... -ein Kleingartenverein mit 500 Mitgliedern bekommt einen Prozeß, weil der Abstand zum z.B. Nachbarzaun 48cm statt 50cm beträgt. Hier bekommen 300 Mitglieder einer privaten Interessengruppe/Vereins , das Recht einen 16,25 Meter hohen Turm in ein gewachsenes Wohngebiet zu setzen?
Während dem einen das Recht auf Entfaltung seiner Persönlichkeit penibel abgesprochen wird, wird hier dem Recht auf Religionsausübung mit 16 Meter Turm das O.K vom Bauamt gegeben? Der Verleich mit christ. Kirchen zieht nicht-die sind schon da und gewollt, bzw. als Neubau auch nicht überall durchzusetzen.Gibt es eigentlich noch Neubauten christlicher Kirchen? Oder hat der religiöse Budenzauber endlich seine schmerz-und leidbringende Macht verloren?

Sorry für evt. Wortdreher/Fehler, bin schon wieder weg, tschüß.

Wow. Jetzt wird hier die Menschenrechtsschiene aufgefahren.
Wenn es danach geht, sollte in allen Staaten mit islamischer Mehrheitsbevölkerung die christliche Minderheit das Recht bekommen, sich wie hire in aller Öffentlichkeit zu präsentieren, jede Gemeinde muss die Zusage bekommen, eigene Kirchen (natürlich mit Türmen, die höher als das nebenstehende Minarett sind) zu errichten. Desweiteren muss natürlich Sonntags unermüdlich zum Gebet geläutet werden.
Wird das Recht in diesen Ländern durchgesetzt und diese Kirchen nicht wie jetzt in aller Regelmäßigkeit abgefackelt werden, dann ist evt. auch hier bei uns einiges möglich. Vorher gibt´s Probleme.

Auch das stimmt historisch: Zu Mohammeds Zeiten gab es keine Minarette! Aber gab es Kirchentürme zu Zeiten des Jesus aus Nazareth? Auch hier ist die Antwort klar: Nein!

Beachte Menschenrechte!

Für Unwissende gibt es ein gutes Buch, worin der Inhalt der Heiligen Schriften auf einfache weise gelesen und verstanden werden kann:

Das Wort Gottes für Kinder und Erwachsene

Viele meinen, es brauche keine Minarette. Das stimmt, viele brauchen wirklich keine Minarette. Aber es gibt auch viele, die wollen ein Minarett um sich. Auch das stimmt. Daher sollte hier das Menschenrecht gelten. Wo ein Kirchturm stehen darf, sollte auch ein Minarett stehen dürfen. Das ist nichts anderes als Gerechtigkeit.



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