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27.12.2011
BIELEFELD
Neonazi-Marsch nur ein brauner Fleck
6.500 Demonstranten gegen 70 ungebetene Gäste
VON HUBERTUS GÄRTNER

Gegensätze | FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld. 6.500 Bürger aller Altersschichten haben sich Heiligabend in Bielefeld knapp 70 Neonazis entgegengestellt. Bis auf kleinere Zwischenfälle verliefen die Demonstrationen an unterschiedlichen Stellen innerhalb der Stadt weitgehend friedlich.

Zahlreiche Polizeibeamte mussten die Neonazis schützen. Als die zumeist schwarz gekleideten Gestalten gegen 12.20 Uhr am Ostbahnhof eintrafen, wurden sie dort von einem gellenden Pfeifkonzert und lauten "Nazis-Raus-Rufen" empfangen. Mehrere hundert Gegendemonstranten hatten sich hier hinter den von der Polizei aufgestellten Absperrgittern in strömendem Regen versammelt, um den knapp 70 Rechtsextremisten, die nach Staatschutz-Informationen zumeist aus dem Rheinland angereist waren, eine klare Absage zu erteilen.

Der Neonazi Sven Skoda versuchte seine zumeist unter Kapuzen und hinter Sonnenbrillen versteckten "Kameraden" über ein Mikrophon zu motivieren, der bekannte Mindener Neonazi Marcus Winter lief als Weihnachtsmann verkleidet durch die Reihen. Die "nationale Opposition" schläft nicht", sagte Skoda. Man werde "nicht länger ruhen, bis diese Republik auf dem Abfallhaufen" liege und "durch etwas Lebendiges ersetzt" werde.
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Als seien sie auf dem Weg zur eigenen Beerdigung

Anschließend marschierten die Neonazis allerdings, als seien sie mit ihren schwarzen Fahnen auf dem Weg zu ihrer eigenen Beerdigung. Anwohner blickten verängstigt hinter Fensterscheiben, etliche ballten aber auch die Faust gegen den braunen Mob.

Nach wenigen Metern mussten die Neonazis unter einer Eisenbahnbrücke in Deckung gehen. An der Kreuzung Trachtenweg/Heeper Straße war es einigen Links-Autonomen gelungen, auf die Eisenbahnbrücke zu klettern und von dort mit Steinen zu werfen. Es kam zu einigen Rangeleien, dann hatte die Polizei die Lage wieder im Griff. Wie durch ein Wunder wurde bei diesen gefährlichen Angriffen niemand verletzt.

Nach dem erzwungenen Zwischenstopp setzten die Neonazis ihren Marsch fort, um auf der Heeper Straße etwa 150 Meter vor dem AJZ eine Kundgebung abzuhalten. Auch hier hatten die Rechten allerdings keine Chance, Eindruck zu machen. Denn am AJZ stand zur Überraschung der Polizei eine sehr große Menschenmenge. Die Zahl der Demonstrationsteilnehmer dort wurde auf rund 4.000 Personen geschätzt.
Video

Einsatz von Reizgas

Auch am AJZ war es kurz zuvor zu einem Zwischenfall gekommen, als etwa 30 Linksautonome die Polizeiabsperrungen kurzzeitig durchbrachen. Unter Einsatz von Reizgas wurden sie aber schnell zurückgedrängt, es kam zu vier vorläufigen Festnahmen.

Auf dem Rückmarsch der Neonazis blieb alles friedlich. Eskortiert von Bundespolizisten stiegen sie um kurz nach 15 Uhr in einen Zug nach Düsseldorf. Der Spuk war beendet.

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
"Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus."
Ignazio Silone - Schriftsteller und Sozialist

@NW ... wenn man hier die Bundesanwaltschaft zitiert wird das zensiert? Interessant. Nachzulesen übrigens auf muensterlandzeitung.de/nachrichten/blickpunkt/art302,1484892

@IS SO: Leider haben wir oft nicht die Zeit, solche Aussagen auf ihre Richtigkeit zu kontrollieren. Deine NW

isnichso .. interessant was du glaubst zwischen den Zeilen lesen zu können. Sachschäden sind also Lapalien? Brennende Autos, Brandsätze auf S Bahnen, Feuerwerkskörper und Steine auf Polizisten werfen beim Castor, S21 oder am 1 Mai? Das wird die Betroffenen freuen zu hören. Auch wenn es eine andere Kategorie vom Gewalt ist als Menschen zu töten, ist es Gewalt und hat wenig mit Demokratie zu tun. Es geht also nicht nur darum, Steine auf Menschen zu werfen die ihr demokratisches Recht auf Demontstrationsfreiheit nutzen.

(...) Wenn gegen alle ermittelt würde, die mit den Taten sympathisieren wäre der Staatsapperat wohl etwas überfordert.

Zwischen den Zeilen lesen kannst du übrigens nicht. Vielleicht solltest du deinen Blickwinkel mal von Links in die Mitte stellen und es mit Objektivität versuchen?

@is so
du bist Dir auch für nichts zu schade oder warum führst du uns immer wieder deine naive oder rechte Gesinnung so offensichtlich vor?
noch mal zum Mitschreiben:

180 Tote durch rechte Gewalt und unzählige Verletzte seit 1990 !!!!!!!

Es geht hier nicht um Lappalien wie Sachschäden weil einen die Wut packt bei rechten Aufmärschen. Es geht um ermordete Menschen hier in Deutschland deren Schicksal durch deine Argumentationsschwurbelei verschleiert und relativiert werden soll.
Für mich ist das nun mal eine rechte Gesinnung weil sie von den vielen Gewalt- und Mordopfern ablenken sollen. Insofern hat auch Politik, Polizei und Öffentlichkeit eine Mitschuld an den Verbrechen. Denn wer jahrzehntelang wegschaut, verharmlost, verschweigt, nicht ermittelt oder sogar Öl ins Feuer der Rechten Demagogen schüttet und Vokabeln wie Überfremdung, Rasse und Nation in einem Atemzug nennt mit einer Politik gegenüber anders aussehenden, anders seienden oder anders agierenden Menschen der nimmt auch In Kauf das diese Menschen Opfer rechter Gewalt werden.
Und nun noch zu deiner hanebüchenen Argumentation dass es keine wirklichen Zusammenhänge zwischen NPD und NSU gebe. Was soll der Quatsch? Liegt die Betonung auf "wirklich"? Was ist mit unwirklich oder heimlich oder sogar klammheimlich Freude empfindend wie wäre es mit geistigem Brandstiftertum Nährboden legenden Ansichten dieser ganzen rechten Gruppierungen ob nun NPD oder DVU, freien Kameradschaften oder nationalen Sozialisten oder (...) wie dir ?
Ich hab auch noch niemanden gesehen der seine Gewalttaten zum googeln ins Internet stellt aber zwischen den Zeilen lesen kann ich schon. Leider scheint diese Gabe in Deutschland nicht allzu verbreitet zu sein.

@ godmother
Nett, dich mal anzutreffen!
Vielleicht solllten wir fürs erste mal aufhören mit dem Durchmüllern und Rummeiern dieser Veranstaltung und des damit verbundenen gesellschaftspolitischen Themas - und auch mit den ewigen Wiederholungen und Zusammenfassungen.
Einigen wir uns auf die Formel
(Rechtsextremismus + Linksextremismus) x Terror = Null und sorgen alle zusammen dafür, dass sie immer dann, wenn erforderlich, zur Anwendung kommt.
Hab euch alle lieb!



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