Bielefeld (kbz). Nach den Vorwürfen gegen die Bielefelder Tafel hat sich auch ihr 2. Vorsitzender, Bernd Seidner, zu Wort gemeldet. Er wehrt sich gegen die Behauptung von Kunden, dass Lebensmittel verkauft würden und bei Ausgabe zum Teil nicht mehr haltbar seien (die NW berichtete).
"Die Tafel übernimmt eine Grund- und keine Luxusversorgung", sagt Seidner. Damit die Waren gerecht verteilt werden könnten, werde deshalb für zusätzliche Produkte neben der Grundversorgung eine Spende erbeten. "Angebliche Verkäufe von bis zu 25 Euro entbehren jeder Grundlage." Dass Ware nicht verwendbar sei, könne in Ausnahmefällen vorkommen. Seidner: "Selbstverständlich würde in diesem Fall ein sofortiger Austausch erfolgen."
Seit Freitag liegt in den Räumen der Tafel eine Liste aus, auf der Kunden unterschreiben können, wenn sie mit der Arbeit der Tafel zufrieden sind. Während Seidner erklärt, dass diese Angabe auf freiwilliger Basis erfolge, berichten Tafelkunden vom Gegenteil. "Wer nicht unterschreibt, wird gewissermaßen dazu gezwungen", so eine Frau, die sich gegenüber der Neuen Westfälischen geäußert hat. "Sonst wird gesagt, dass man nicht auf die Tafel angewiesen sei und woanders hingehen könne."
Die Bielefelder Tafel nehme die Vorwürfe sehr ernst, sagt Bernd Seidner. Problem sei allerdings, dass nie ein nachprüfbarer Fall geschildert werde. "Wir können uns leider nicht wehren." Für Januar haben sich Seidner und die Tafel-Vorsitzende Rosetraut Kirse zum Gespräch mit dem Bundesverband verabredet, der die Vorfälle derzeit prüft.


















