Bielefeld (jr). Seit September 2010 ermittelte die Bielefelder Staatsanwaltschaft wegen der enorm in die Höhe geschossenen Kosten für den Stadion-Umbau von Arminia Bielefeld (nw-news.de berichtete mehrfach). Beschuldigt waren die damaligen Verantwortlichen Roland Kentsch und Hans-Hermann Schwick.
Am Dienstag hat die Schwerpunktabteilung für Wirtschaft sämtliche Ermittlungen rund um den Tribünen-Neubau eingestellt - ohne Auflagen. Laut Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann hätten sich weder Anhaltspunkte für eine Untreue noch für eine illegale Absprache bei der Auftragsvergabe in den beschlagnahmten Unterlagen finden lassen.
Die Staatsanwaltschaft konnte diesen Unterlagen eindeutig entnehmen, dass die Mehrkosten nicht durch versteckte Posten oder selbstbereichernde Kick-Back-Zahlungen entstanden sind, sondern durch nachträgliche Entscheidungen außerhalb des Generalunternehmervertrages - wie etwa bei der Innenausstattung bzw. bei der Erfüllung von DFL-Auflagen.
"Der Bau durch den Generalunternehmer ist mit rund 12 Millionen Euro kalkuliert und auch umgesetzt worden", so Pollmann. Darin seien aber Innenausbau, Ausstattung und Sonderauflagen der Deutschen Fußball Liga nicht enthalten gewesen. In diesem Bereich - speziell bei den Sky Offices - hat es offensichtlich Fehleinschätzungen gegeben." Diese seien vielleicht unternehmerisch, aber nicht strafrechtlich relevant, so Pollmanns Erklärung für die Einstellung.
Auch bei der Auftrags-Vergabe für den Generalunternehmer des Stadion-Umbaus gab es laut Staatsanwaltschaft keine Anzeichen für eine "wettbewerbsbeschränkende Absprache". Zwar habe es einen günstigeren Anbieter gegeben, doch Arminia Bielefeld habe sich für das Bauunternehmen Langenscheidt entschieden, dass bereits das ursprüngliche Stadion gebaut hatte. Da sich die Angebote beider Firmen nur um ein Prozent unterschieden hätten, sei auch dieser Vorgang strafrechtlich nicht zu beanstanden, so Pollmann.
Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen gegen Kentsch und Schwick aufgenommen, nachdem bei der Arminia-Jahreshauptversammlung Vorwürfe rund um den Stadion-Umbau aufgekommen waren. Bis heute sind der damalige Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick und sein damaliger Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch nicht entlastet worden.
Der zwischenzeitlich wegen Abspracheverdachts beschuldigte Architekt der Tribüne, Frank Stopfel, wurde wie berichtet bereits im September eingestellt.