Bielefeld. Mehr Qualität in Forschung und Lehre, mehr Geld für Projekte, bessere Studienbedingungen, mehr Spitzenforschung, mehr Internationalität, mehr Gleichstellung – Universität und Fachhochschule wollen sich in diese Richtung entwickeln. Das haben sie mit dem Land jetzt vereinbart haben. Gestern unterzeichneten NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und die Rektoren und Präsidenten der Hochschulen der Region ein entsprechendes Papier in der Uni Bielefeld.
Für Ministerin Schulze hat die "Ziel- und Leistungsvereinbarung eine große Bedeutung". Sie legt die grundsätzliche Richtung fest, die jede Hochschule gehen will und soll. Das sei wichtig, weil die Bedeutung von Universitäten und Fachhochschulen steige. Den nächsten Schub wird es 2013 mit dem doppelten Abiturjahrgang geben. "Wir haben jetzt schon so viele Studenten, wie sie erst für dieses Jahr geschätzt wurden", sagte die Ministerin. Die Tendenz bleibt steigend, "bis mindestens 2020". Hinzu kommt der Bedarf an Masterplätzen – und vor allem an Geld, um die Versorgung zu garantieren. Daran erinnerten Uni-Rektor Gerhard Sagerer und die anderen Hochschul-Chefs mahnend.
Die Uni und die Fachhochschule aus Bielefeld wollen an die internationale Bildungs-Spitze. Ist das zu schaffen?
Die formulierten Ziele von Uni und FH Bielefeld sind:
Studium und Lehre: Beratungs- und Seminarangebote sollen den Einstieg ins Studium erleichtern, an der Uni mit dem Programm "Richtig einsteigen", an der FH mit der "Zentralen Studienberatung". Die Uni erwartet einen "erneuten Qualitätssprung" in der Verbesserung der Lehre; die FH will mehr duale Studienplätze – bis 120 – , besonders in der Pflege, bieten. Vom Land gibt es dafür 2,5 Professoren-Stellen zusätzlich.
Forschung: Sowohl Uni als auch FH streben eine Steigerung der Drittmittel an, die Uni über die Wiederholung der Erfolge bei der Exzellenzinitiative sowie den zusätzlichen Clusterantrag "Kommunikation von Vergleichen". An der FH wird angepeilt, das Drittmittelvolumen um fünf Prozent zu steigern, vor allem durch Kooperationen mit mittelständischen Unternehmen aus der Region bei gemeinsamen Forschungslaboren.
Internationalität: An der Uni soll der Anteil internationaler Absolventen, Gastwissenschaftler und englischsprachiger Studiengänge erhöht werden.
Gleichstellung: 30 Prozent der neu ernannten Professuren (bisher 24,1 Prozent) sollen mit Frauen besetzt werden, fünf Prozent mehr Studentinnen in Natur- und Technikwissenschaften gehören ebenso zum Ziel.